Aktien
SEB-Chefanlagestratege: Regierungswechsel beflügelt Auto- und Versorgerwerte

Nach der Auflösung des Bundestages richtet sich der Fokus der Börsianer auf den Ausgang der wahrscheinlichen Neuwahl am 18. September.

dpa-afx FRANKFURT. Nach der Auflösung des Bundestages richtet sich der Fokus der Börsianer auf den Ausgang der wahrscheinlichen Neuwahl am 18. September. "Den Markt beschäftigt jetzt die Frage: Wie sicher ist ein Regierungswechsel und wie wird die neue Regierung aussehen?", sagte SEB-Chefanlagestratege Klaus Schrüfer am Freitag der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX.

Ginge es nach den Investoren, würde in Berlin künftig eine schwarz-gelbe Koalition regieren. "Mit dieser Konstellation verbindet sich am ehesten die Hoffnung auf wirtschaftsfreundliche Reformen", sagte Schrüfer. Selbst eine große Koalition von CDU/CSU und SPD sei besser als der Status Quo, in dem eine rot-grüne Mehrheit im Bundestag einer Unionsmehrheit im Bundesrat gegenüberstehe und sich gegenseitig blockierten. "Auch bei einer großen Koalition rechne ich nach einer kurzen Phase der Verunsicherung mit weiter steigenden Aktienkursen", sagte der Experte.

Aktuellen Umfragen zufolge ist eine Koalition von Union und FDP am wahrscheinlichsten. Schrüfer sieht in diesem Fall großes Aufwärtspotenzial für die Papiere von Unternehmen mit hohen Lohnkosten wie MAN , Siemens oder Lufthansa . "CDU und FDP wollen die Lohnnebenkosten senken. Das kommt diesen Unternehmen entgegen", sagte der Anlagestratege.

Auch Autowerte von Volkswagen bis Daimler-Chrysler könnten von einem Regierungswechsel profitieren. "Damit verbinden viele Verbraucher und Unternehmen die Hoffnung auf konjunkturelle Besserung - und die könnte den Anschaffungsstau bei Autos auflösen", sagte Schrüfer. Mit einem Durchschnittsalter von acht Jahren hätten die Fahrzeuge auf Deutschlands Straßen ein neues Rekordhoch erreicht.

Weiteres Kurspotenzial sieht Schrüfer auch für die Titel von Versorgern, obwohl die Papiere von Eon und RWE seit Neuwahl-Ankündigung im Mai bereits zweistellig zugelegt hatten. "Noch ist nicht sicher, ob Union und FDP künftig regieren. Wenn diese Unsicherheit wegfällt, dürften die Kurse von Eon und RWE noch einmal zulegen", sagte SEB-Chefanlagestratege Klaus Schrüfer.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%