Sorge um KKR-Emission
Marktturbulenzen stören Börsengänge

Die Turbulenzen an den internationalen Kapitalmärkten haben nun auch das Geschäft mit Börsengängen erreicht: Am Donnerstag sammelte die Man Group mit ihrer Aktienplatzierung fast eine Milliarde Dollar weniger ein als erwartet. Nun wächst Sorge um die Emission des Finanzinvestors KKR.

mm LONDON. Die britische Man Group musste bei der milliardenschweren Abspaltung ihrer Brokersparte am Donnerstag deutliche Preiszugeständnisse machen, um die Aktien am Markt unterzubringen, obwohl 18 Banken den Börsengang betreuten. Statt der geplanten 3,8 Mrd. Dollar brachte die Emission nur 2,9 Mrd. Dollar. Bei Man handelt es sich um die größte börsennotierte Hedge-Fonds-Gesellschaft der Welt. Im Frühjahr hatte sich das Unternehmen entschlossen, seine Termin-Broker-Sparte Man Financial abzuspalten und sich ganz auf das Geschäft mit den spekulativen Fonds zu konzentrieren.

Der Börsengang war mit großer Spannung erwartet worden, weil er zu den größten Platzierungen an der Wall Street in diesem Jahr gehört. Für die schwache Nachfrage der Investoren machten Analysten vor allem die Nervosität der Anleger verantwortlich. Die Verwerfungen am US-Immobilienmarkt hätten nach den Anleihe- und Kreditmärkten inzwischen auch die Aktienbörsen verunsichert. Das Problem betreffe nicht nur die Man-Group sondern auch andere Börsenkandidaten aus der Finanzszene wie den Hedge-Fonds First Point und die Beteiligungsgesellschaft KKR.

Unmittelbarer Auslöser der Probleme ist die Krise am Markt für riskante US-Hypotheken, die immer weitere Kreise zieht. Aus Angst vor der Ansteckung weiterer Märkte flüchten die Investoren in sichere Anlagen wie Staatsanleihen. Darunter leiden Aktien und riskantere Anleihen und Kredite. So haben es beispielsweise Beteiligungsgesellschaften zusehends schwer, die Finanzierung für neue Übernahmen zusammenzubekommen.

Kurz vor dem für den Herbst geplanten Börsengang räumte der Finanzinvestor KKR in einem Interview mit dem „Manager Magazin“ ein, dass die Geschäfte in den kommenden Jahren schwerer würden und dass sich die Anleger auf deutlich niedrigere Renditen einstellen müssten. KKR will an der Börse bis zu 1,25 Mrd. Dollar einsammeln. In dieser Woche musste die Beteiligungsgesellschaft die Platzierung von Krediten über eine Mrd. Euro für die Übernahme des niederländischen Einzelhändlers Maxeda absagen. Probleme mit seinem Börsengang bekam auch der amerikanische Hedge-Fonds First Point. Die Gesellschaft wollte mit der Platzierung eines Londoner Fonds ursprünglich knapp 700 Mill. Dollar einsammeln. Doch die Nachfrage der Investoren reichte nur für 525 Mill. Dollar.

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