Spanien
Handelsminus belastet BME

Der spanische Börsenbetreiber steht unter Druck. Allein dieses Jahr hat die BME-Aktie 27 Prozent verloren. Eine gute Gelegenheit zum Einstieg? Ja, die meisten Aktienanalysten sehen Potenzial.

MADRID. Sorgen um das Handelsvolumen an Spaniens Aktienmarkt setzen dem Börsenbetreiber „Bolsas y Mercados Espanoles“ (BME) zu. Ende März fiel der Kurs sogar unter den Emissionswert. Der achtgrößte Aktienmarkt weltweit war im Juli 2006 zum Preis von 31 Euro an die Börse gegangen – heute kostet die Aktie kaum mehr. Insgesamt hat sie dieses Jahr rund 27 Prozent verloren.

Eine gute Gelegenheit zum Einstieg? Die meisten Analysten sind dieser Meinung. „Wegen eines attraktiven Aufwertungspotenzials, wegen seines defensiven Profils und wegen der hohen und nachhaltigen Dividendenpolitik identifizieren wir BME als gute Investitionschance”, meinen die Experten der spanischen Bank Banesto, die ein Kursziel von 40,70 Euro setzen.

Allerdings weisen Experten unisono auf das Risiko eines weiteren Rückgangs im Volumenwachstum am Aktienmarkt hin. Das Aktiengeschäft lieferte 2007 knapp die Hälfte der konsolidierten Einnahmen von BME, Clearing und Settlement ein weiteres Viertel der Einkünfte. Doch im Februar und März 2008 sank das Handelsvolumen am Kassa-Aktienmarkt im Jahresvergleich deutlich im Wert ab. Dies trübt die Aussichten für BME.

Die Krise auf dem Immobilienmarkt wird dieses und nächstes Jahr für Wachstumseinbrüche in der Wirtschaft sorgen. Zwar „wird der Ibex sehr stark von etwa einem Dutzend großer und sehr international aufgestellter Unternehmen dominiert, doch die Abhängigkeit vom spanischen Markt sinkt“, sagt Manuel Romera, Direktor des Finanzdepartements an der Madrider Managementschmiede Instituto de Empresa. Dennoch dürfte sich die schwierigere Wirtschaftslage in den Aktienkursen widerspiegeln. Die Experten von Morgan Stanley, deren Kursziel bei 32,90 Euro liegt, ist, warnen deshalb davor, dass zwar die Zahl der Transaktionen relativ konstant bleiben, die Einnahmen pro Kontrakt jedoch wegen fallender Märkte und zunehmender Automatisierung um etwa 16 Prozent gegenüber 2007 sinken könnten.

Eine der größten Stärken von BME sehen Analysten im Management, das den Börsenbetreiber mit einer Ebitda-Marge von über 70 Prozent zum profitabelsten der Branche machte. „BMEs Bilanz ist höchst attraktiv mit Null Verschuldung und einem Cash-Haufen der in jedem Quartal größer wird“, so die Citi-Analysten, die BME ein Kursziel von 42 Euro geben.

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