Spekulation um Klatten
Nordex-Aktie dreht ins Plus

Nordex hat nicht gerade berauschende Zahlen vorgelegt. Trotzdem schafft es die Aktie ins Plus. Spekulationen machten die Runde, eine Großaktionärin könnte sich von ihren Anteilen der Windkraftfirma trennen und an Siemens verkaufen.
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HB FRANKFURT. Aktien von Nordex gehörten zunächst zu den schwächsten Werten im TecDax. Die vorgelegten Zahlen waren Analysten zufolge schwächer als erwartet ausgefallen. Im Handelsverlauf drehte der Kurs jedoch ins Plus. Aktuell gewinnt Nordex 1,7 Prozent auf 11,08 Euro. Neue Nachrichten gab es nicht, dafür aber umso mehr Gerüchte. Doch der Reihe nach.

Zunächst zu den Zahlen: Nordex verpasste im dritten Quartal die Trendwende, hofft aber auf 2010. Der operative Gewinn stieg zwar im Vergleich zum schwachen ersten und zweiten Quartal deutlich an, lag aber erheblich unter dem Vorjahresergebnis. Für den Umsatz ging es leicht nach oben. Analysten hatten indes mit etwas höheren Erlösen im dritten Quartal gerechnet.

Nach Einschätzung eines Händlers fiel die Geschäftsentwicklung des Windkraftanlagen-Bauers in den ersten neun Monaten insgesamt wie erwartet aus. Ein anderer Händler äußerte, die Quartalszahlen lägen im Rahmen der Schätzungen. Die Aussagen zum kommenden Jahr entsprächen dem, was Konkurrent Vestas Wind Systems angekündigt habe. Entsprechend sieht der Börsianer nur wenig Druck auf die Konsensschätzungen für Nordex.

Auch Unicredit-Analyst Michael Tappeiner sah die Quartalsentwicklung "in line" mit den Erwartungen. Der Ausblick bleibe hinter den Konsensschätzungen zurück, entspreche aber seinen Prognosen. Tappeiner beließ die Nordex-Aktie auf "Hold" mit einem Kursziel von 12 Euro.

Die Commerzbank hat Nordex auf "Hold" mit dem Kursziel 10,00 Euro je Aktie belassen. Die Bilanz zum dritten Quartal des Windkraftanlagenherstellers sei "erwartungsgemäß" ausgefallen und auch der Ausblick passe zu dem der Wettbewerber, schrieb Analyst Robert Schramm in einem ersten Kommentar vom Dienstag. Der Aktienkurs habe nach der vergleichsweise schlechten Entwicklung nicht mehr viel Platz nach unten und entsprechend bekräftigte der Analyst auch nach der Bilanzvorlage seine Hochstufung vom Vortag. Seine Schätzungen werde er nach einem Treffen mit dem Unternehmen in der kommenden Woche überarbeiten.

Was die Aktie im Handelsverlauf beflügelte waren Gerüchte über einen möglichen Ausstieg des Großaktionärin Susanne Klatten. "Es kursiert, dass Frau Klatten ihren Anteil für 15 Euro je Aktie an Siemens verkaufen will", sagte ein Händler. Ein Sprecher der Familie Klatten wies die Spekulationen zurück: "An den Gerüchten ist absolut nichts dran." Ein Nordex-Sprecher sagte, er kenne das Gerücht, halte es aber für unwahrscheinlich. Siemens lehnte einen Kommentar ab. Vor einem Monat war schon einmal ein ähnliches Gerücht durch die Handelsräume gereicht worden.

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