Steakhaus-Spezialist ist gut kapitalisiert
US-Restaurant-Kette Outback macht den Analysten Appetit

Trotz der noch immer angespannten Wirtschaftslage lassen sich die Amerikaner offenbar den Appetit nicht verderben. Die US-Restaurantkette Outback Steakhouse jedenfalls präsentierte jüngst eine glänzende Quartalsbilanz: Mit einem Gewinn von 37,6 Mill. $ oder 48 Cent je Aktie übertraf der Konzern zwischen Juli und September das Ergebnis des gleichen Vorjahreszeitraums um etwa 5 Mill. $.

HOUSTON. Und vor kurzem berichtete Outback zudem, dass der Verkauf in den Filialen, die seit mindestens eineinhalb Jahren geöffnet sind, auch im Oktober wei-ter angezogen ist.

„Damit sind die Umsätze in neun der vergangenen zehn Monate gestiegen – eine Umkehrung des bisherigen Langfristtrends“, lobt Analyst Bryan Elliott von der Bank Raymond James. Er erhöhte deshalb innerhalb weniger Tage sein Anlageurteil in zwei Schritten von „Marketperform“ auf „starker Kauf“

.

Für den Erfolg des Filialisten sehen die Experten unterschiedliche Gründe. „Die Gäste in der Gastronomie wollen im Moment eher wieder Steaks essen“, beobachtet Analyst Mark Kalinowski von Citigroup Smith Barney. „Outback profitiert offenbar von der landesweiten Reklamekampagne in den vergangenen Monaten und von Neueinführungen wie der verkürzten Wartezeit für die Kunden, die übers Telefon reservieren“, sagt Andrew Barish von Bank of America. Jeff Omohundro zählt zu den Ursachen zudem „eine steigende Zahl von Doppelverdiener-Haushalten“.

Den Anlegern scheinen die jüngsten Nachrichten ebenfalls zu schmecken. Zurzeit notiert die Outback-Aktie nahe ihrem Jahreshöchststand bei rund 43 $ und damit etwa 40 % über dem Zwölf-Monatstief von Mitte Februar. Von den 16 Analysten, die laut dem Finanzdienst Thomson First Call die Aktie verfolgen, raten elf zum Halten, vier zum Kauf und einer zum Verkauf.

Steigende Rindfleischpreise allerdings drohen den Reingewinn der kommenden Quartale zu kürzen. Nach Schätzungen von Experten werden diese Kosten im nächsten Jahr etwa acht bis zehn Prozent hö-her liegen als 2003. Ob das Folgen für die Restaurantbetriebe haben wird, ist noch nicht geklärt. Mark Kalinowski schließt sogar einen positiven Effekt nicht aus: „Die Rindfleischpreise steigen ja auch in den Supermärkten, davon könnten die Steakhausketten profitieren.“

Preiserhöhung wegen wachsender Kosten

Andererseits steht für Outback auf Grund der wachsenden Kosten voraussichtlich Anfang 2004 eine Preiserhöhung um rund 1,5 % auf der Speisekarte – was einige Analysten mit Sorge betrachten: „Angesichts der Tatsache, dass die durchschnittliche Rechnung bei Outback bereits jetzt höher ausfällt als bei vielen vergleichbaren Konkurrenten, sind wir über diesen Schritt einigermaßen beunruhigt“, erklärt etwa Jeff Omohundro.

Dass Outback in der vorvergangenen Woche auf Geheiß der US-Börsenaufsicht SEC die Bilanzen der vergangenen sechs Quartale nach unten korrigieren musste, schlug dagegen niemanden auf den Magen. Die Änderungen betreffen so genannten Partnerschaftsprogramme, die Beteiligungen von Managern an Outback-Umsätzen regeln und in Zukunft anders verbucht werden als bislang. „Wir glauben nicht, dass dies auf irgendwelche Schwindelpraktiken bei Outback hinweist“, sagt Mark Kalinowski. „Wesentlich ist, dass sich nichts an den Bargeldbeständen ändert, und das ist vermutlich auch der Grund dafür, dass die Anleger gelassen bleiben.“

Diese hohen Bargeldbestände könnten den Investoren in Zukunft zu Gute kommen, schätzt Bryan Elliott. „Outbacks Bilanz weist keine Nettoschulden auf und ist überkapitalisiert. Daher hat der Konzern die Möglichkeit, zum Beispiel die Dividendenzahlung um 20 % pro Jahr zu steigern oder einen verstärkten Aktienrückkauf zu verfolgen.“

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