Strategieschwenk enttäuscht
Deutsche-Bank-Aktie dritten Tag im Minus

In den Augen vieler Anleger ist die Deutsche Bank ein Hasenfuß: Drastische Einschnitte wagt das Kreditinstitut nicht, nur die Postbank wird verkauft. Die Börsianer machen Ärger Luft – und lassen die Aktie abstürzen.
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DüsseldorfNach sechsmonatiger Prüfung legte die Deutsche Bank am Montag ihre neue Strategie vor. Das Fazit vieler Investoren: Sie hatten eine radikalere Kursänderung erwartet und sind enttäuscht. Die Pläne zum Umbau der Deutschen Bank konnten die Anleger nicht überzeugen.

Die Aktien verloren daraufhin am Montag in der Spitze 5,8 Prozent. Am Dienstag setzte sich der Abwärtstrend fort: Die Papiere notierten zeitweise bei einem Zwei-Monats-Tief von 28,83 Euro und schlossen mit einem satten Minus von 3,7 Prozent. Und auch am Mittwoch stießen die Anleger die Aktien scharenweise ab – zeitweise verloren sie weitere 0,50 Euro. Am Vormittag notierten die Papiere 0,4 Prozent im Minus bei 28,90 Euro.

Vergleicht man den heutigen Stand der Aktie mit dem vor einen Jahr, haben die Papiere ganze drei Prozent verloren. Fazit: „So grandios ist das nicht, was die Deutsche Bank da angekündigt hat. Einige hatten sich noch drastischere Einschnitte erhofft, wie die Abspaltung des gesamten Privatkundengeschäfts“, sagte ein Händler.

Der Aufsichtsrat entschied sich für die „kleine“ Lösung – nur die Tochter Postbank wird verkauft. Zudem soll das verbleibende „blaue“ Filialnetz massiv ausgedünnt und die Investmentbank abgespeckt werden. Die Postbank-Aktien schossen um bis zu knapp 13 Prozent in die Höhe auf 36,51 Euro, den höchsten Stand seit mehr als vier Monaten.

Trotz einer zusätzlichen Belastung von 1,5 Milliarden Euro durch die unerwartet hohe Geldbuße wegen der Manipulation von Zinssätzen reichte es bei der Deutschen Bank im ersten Quartal zu einem Überschuss von 559 Millionen Euro. LBBW-Analyst Ingo Frommen, der die Ergebnisse als „sehr solide“ bezeichnete, rechnet allerdings damit, dass weiterhin Rechtsrisiken und nun auch Restrukturierungsaufwendungen die Zahlen verhageln dürften.

Patrick Schwarz
Patrick Schwarz
Handelsblatt Online / Freier Mitarbeiter
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Strategieschwenk enttäuscht: Deutsche-Bank-Aktie dritten Tag im Minus"

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  • Sehr geehrter Herr Sicking, vielen Dank für den Hinweis. Ist bereits geändert. Viele Grüße aus der Redaktion.

  • Freunde, wenn ihr vom Handelsblatt nicht zwischen der der Deutschen Bank und der Deutschen Bundesbank (Foto) unterscheiden könnt, wer dann...?.

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