Südafrikanischer Brauereikonzern setzt erfolgreich auf Schwellenländer
SAB Miller hängt die Konkurrenz ab

Wer wie die South African Breweries (SAB) 98 Prozent des Hellbiermarkts in Südafrika beherrscht, könnte eigentlich hoch zufrieden sein. Schließlich muss der vor über 100 Jahren auf den Johannesburger Goldfeldern gegründete Bierriese zumindest in seiner alten Heimat keine Konkurrenz fürchten. Das Unternehmen kontrolliert hier nicht nur den Gersten- und Hopfenanbau, sondern auch die Mälzereien und die gesamte Flaschenproduktion.

KAPSTADT. Dennoch hat der Konzern, der seit der Übernahme des US-Brauers Miller vor drei Jahren unter dem Namen SAB Miller firmiert, keineswegs die Hände in den Schoß gelegt, sondern weltweit aggressiv expandiert. Dabei kämpft der Koloss vom Kap mit härtesten Bandagen: Wer versucht, in sein altes oder neues Revier einzudringen, wird beinhart angegangen.

Auf diese Weise sind die Südafrikaner in den zehn Jahren seit dem Ende der Apartheid von einem lokalen Bierriesen zu einem Global Player mutiert. Außer in der Kaprepublik und China ist der Konzern vor allem in Osteuropa stark aufgestellt, allen voran in Polen, Russland und Ungarn. Aber selbst die tschechische Traditionsmarke Pilsner Urquell befindet sich mittlerweile in der Hand der Südafrikaner.

Seinen vielleicht größten Triumph feierte SAB Miller indes vor drei Monaten: Durch die 7,8 Mrd. Dollar teure, von Analysten bejubelten Übernahme des südamerikanischen Brauers Bavaria stieg der Konzern damals hinter dem belgisch-brasilianischen Konkurrenten Inbev zum zweitgrößten Bierbrauer der Welt auf – und zog dabei sogar an seinem amerikanischen Erzrivalen Anheusser Busch vorbei.

Kein Wunder, dass die Südafrikaner im Zuge der Internationalisierung ihren Hauptsitz inzwischen von Johannesburg nach London verlegt haben. Denn für den Kapitalmarkt am Kap ist SAB Miller, das dem südafrikanischen Fiskus heute mehr Steuern als der gesamte Goldbergbau zahlt, mittlerweile einfach zu groß geworden.

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