Teurer Rückkauf
Axel Heitmann hat wieder Lust auf Aktien

Lanxess-Chef Axel Heitmann machte Schlagzeilen, weil er fast alle Aktien seines Unternehmens verkaufte. Von Kaltschnäutzigkeit war die Rede, vereinzelt wurde er als „Absahner“ bezeichnet. Jetzt kauft er wieder.
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FrankfurtEs war ein Medienecho, wie es das bei Wertpapierorders deutscher Vorstände noch nie gegeben hat. Von Kaltschnäutzigkeit war die Rede, vereinzelt wurde Lanxess-Chef Axel Heitmann gar als „Absahner“ bezeichnet. Was war passiert? Als im vergangenen Sommer wegen die Börsen wegen der Probleme in der Euro-Schuldenkrise massiv unter Druck gerieten, hatte Heitmann ein privates Aktienpaket im Wert von knapp 9,9 Millionen Euro verkauft. Einen Kurs von 38,95 Euro hat er für die insgesamt 253.691 Aktien bekommen.

Was man bei Lanxess selbst als „rein privates Geschäft“ bezeichnete, schließlich habe er mit der Summe einen privaten Kredit zurück bezahlt, sorgte in der Öffentlichkeit für einen Sturm der Entrüstung. Immerhin hatte er kurz vor dem Verkauf gerade seinen Vertrag um fünf Jahre verlängert. Analysten interpretierten die Mega-Order dahingehend, dass auf Lanxess wohl schwere Zeiten zukommen dürften.

Es kam anders. Die Stimmung in der Chemie-Branche ist ungeachtet aller Abschwungsängste, die vor allem Volkswirte verbreiten, weiter gut. Gerade erst hat Norbert Barth, Analyst bei der WestLB, sein Kursziel für die Lanxess-Aktie von 61 auf 69 Euro nach oben gesetzt. Auch Axel Heitmann hat nach dem Mega-Verkauf wieder Lust an der Aktie gefunden. 5.000 Stück hat er zum Kurs von 54,68 Euro geordert.

Wer nun den Kopf schüttelt ob der Tatsache, dass er jetzt Aktien gut 15 Euro je Stück teurer gekauft hat als er sie vor gut einem halben Jahr verkauft hat, dem sei gesagt, Heitmann ist ein eifriger Aktionär. 29 Käufe kamen ab dem Jahr 2005 dem einen so sehr getadelten Verkauf aus dem vergangenen Jahr zuvor. Dabei hat er schon zu Kursen um 10 Euro und auch schon zu 60 Euro je Aktie gekauft. Die größten Volumen gab es jedoch am unteren Ende dieser Spanne. Auch der jüngste Kauf zu 54,68 je Aktie muss kein schlechtes Investment gewesen sein. Am Freitag kostete die Lanxess-Aktie bereits 57,40 Euro.

Überhaupt haben sich Deutschlands Top-Manager nach der kleineren Verkaufswelle Ende Januar, Anfang Februar wieder auf die Realität besonnen. Die lautet: Weil die Europäische Zentralbank die Märkte so sehr mit billigem Geld geflutet hat, gibt es mittlerweile kaum noch Alternativen zu Aktien. Bei festverzinslichen Wertpapieren ist die Rendite weitgehend geringer als die aktuelle Inflationsrate.

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