Twitter ändert seine Strategie
Neue Funktionen befeuern Twitter-Aktie

Twitter hinkt den Erwartungen der Investoren hinterher. Jetzt sollen neue Funktionen vor allem neue Nutzer anziehen. An der Börse wird die Strategie gefeiert. Die Twitter-Aktie notiert ordentlich im Plus.
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San Francisco/ChicagoDie Ratingagentur Standard & Poor's hat eine Milliarden-Anleihe von Twitter auf Ramsch-Niveau bewertet. Die Kreditwächter gaben den Verbindlichkeiten des Kurznachrichtendienstes am Donnerstag die Bonitätsnote „BB-“. Damit liegt die Kreditwürdigkeit im sogenannten Ramsch-Bereich, mit dem Ratingunternehmen spekulative Anlagen kennzeichnen. Die Bewertung der Anleihe beeindruckte auch die Börsianer: Die Twitter-Aktie fiel am Donnerstag um fast sechs Prozent. Der Ausblick für das Rating ist allerdings stabil, so dass zunächst keine Abstufungen drohen.

S&P-Analyst Andy Liu warnte, Twitter investiere „sehr aggressiv“ in Wachstum. Bis das Unternehmen seinen Schuldendienst mit Erträgen aus dem operativen Geschäft stemmen könne, dürfte es jedoch noch bis 2016 dauern. Twitter hatte im September seine erste Anleihe aufgelegt und damit 1,8 Milliarden Dollar bei Investoren eingesammelt. Die Nachfrage nach den festverzinslichen Papieren war hoch. Die Aktien von Twitter verloren seit Jahresbeginn fast 40 Prozent an Wert.

Twitter hatte zuletzt mit einem weiteren hohen Quartalsverlust und mäßigem Wachstum der Nutzerzahlen enttäuscht. Am Mittwoch versprach das Management diverse Neuerungen, um den Dienst zu verbessern, Neueinsteigern den Zugang zu erleichtern und damit das Wachstumstempo anzukurbeln. Die Aktie war daraufhin zunächst um acht Prozent hochgesprungen.

S&P errechnet Kreditratings bei Anleihen ab einer Milliarde Dollar. Die Bonitätsnote „BB-“ ist nicht ungewöhnlich oder dramatisch: S&P hatte sie etwa 2011 auch dem Online-Videodienst Netflix gegeben, der sich seitdem stark entwickelt hat. Zugleich schränkt eine solche Bewertung Geschäfte mit Schuldpapieren eines Unternehmens stark ein: Viele große Player auf dem Markt dürfen grundsätzlich nicht in Anleihen mit Ramsch-Rating investieren.

S&P betonte zugleich, dass die Ratingagentur mit einem schnellen Wachstum von Twitter rechne und verwies auf die Finanzreserven von 3,6 Milliarden Dollar.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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