Übernahme von Swiss wird kritisch gesehen
Neues Rating macht Lufthansa keine Sorgen

Die Deutsche Lufthansa zeigt sich von ihrer Herabstufung durch die Ratingagentur Moody's unbeeindruckt. Es seien keine zusätzlichen Zinslasten zu erwarten, hieß es.

HB FRANKFURT. „Wir gehen davon aus, dass sich das nicht auf die Finanzierungskosten auswirkt“, sagte eine Lufthansa-Sprecherin am Mittwoch in Frankfurt. Moody's hatte am Dienstag das Rating für langfristige Kredite bei Lufthansa wegen der geplanten Übernahme der Schweizer Fluggesellschaft Swiss auf „Baa3“ von „Baa2“ gesenkt.

Die größte Ratingagentur Standard & Poor's hatte nach der Ankündigung der Swiss-Übernahme im März ihr „BBB“-Rating für die Lufthansa bestätigt, den Ausblick aber auf „Negativ“ gesenkt. Die Moody's-Entscheidung war erwartet worden. Die Lufthansa-Aktie reagierte am Mittwoch nicht negativ, sondern lag am Mittag mit 0,4 Prozent im Plus bei 10,50 Euro.

„Wir kennen die Themen, die Moody's aufführt, natürlich“, sagte die Sprecherin. Aber die Eingliederung der Swiss in den Lufthansa-Konzern werde die finanzielle Stärke von Lufthansa nicht belasten.

Aus Sicht der Moody's-Experten ist das finanzielle Profil von Swiss schwach und könnte deshalb durchaus ein Problem für Lufthansa sein. Die Fluggesellschaft rechnet damit, rund 100 Millionen Euro Integrationskosten finanzieren zu müssen. Ab 2007 will Lufthansa jährlich rund 160 Millionen Euro an Swiss verdienen.

Risiken bergen nach Ansicht von Moody's auch die häufigen Auseinandersetzungen mit dem Personal über den Sparkurs der noch verlustreichen Swiss. Strategisch beurteilt Moody's die Übernahme gleichwohl als sinnvoll, da sie der Lufthansa sowohl Zugriff auf die attraktive Kundenbasis der Swiss am Flughafen Zürich gebe als auch auf attraktive Langstreckenverbindungen. Die Liquidität der Lufthansa bleibe solide.

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