US-Heimwerkerkette überzeugt Analysten mit Zukäufen
Bauboom stützt Home Depot

Der anhaltende Boom beim Häuserbau in den USA und der großflächige Wiederaufbau an der zerstörten Golfküste nach den Wirbelstürmen im Herbst werde dem Heimwerkermarkt Home Depot auf lange Zeit einen guten Stand sichern, erwarten Analysten.

HB HOUSTON. „Wir rechnen mit kontinuierlich wachsenden Margen in den kommenden Jahren“, sagt Michael Baker von der Deutschen Bank in New York.

Während der verheerenden Wirbelsturmsaison in den vergangenen Monaten stiegen die Verkaufszahlen für Kettensägen, Abdeckplanen und Sperrholz, mit dem die Kunden ihre Häuser vernagelten, rasant an. In den Wochen danach gingen dann die Gas- und Strompreise in die Höhe und mit ihnen Home Depots Umsätze bei programmierbaren Thermostaten und ähnlichem Energiespar-Zubehör.

Im Oktober erreichte außerdem die Zahl der Neuhausverkäufe in den USA ein Rekordhoch. Home Depot als größte Baumarktkette der Welt zählt auch hier zu den Nutznießern der Entwicklung. Das vergangene Quartal beendete die Firma mit einem Gewinnplus von 17 Prozent und erhöhte gleichzeitig die Prognosen für die kommenden Monate.

Lauter gute Nachrichten also, doch die Aktien von Home Depot sind noch vergleichsweise günstig zu haben: „Das Kurs-Gewinn-Verhältnis liegt am unteren Ende der Branche, die Titel sind günstiger als die sämtlicher Konkurrenten mit ähnlich solidem Konzept – und das bei einem Gewinnzuwachs von 13 Prozent und mehr in den vergangenen zehn Quartalen“, sagt Matthew Fassler von Goldman Sachs.

Viele Investoren lassen sich offenbar von der Theorie verschrecken, dass am US-Immobilienmarkt eine Blase entstanden ist, die jederzeit platzen kann. Analysten lassen sich von dieser Sorge hingegen nicht in ihrer Zuversicht bremsen. Wayne Hood von der Prudential Equity Group schätzt, dass der Kurs in einem Jahr um rund 30 Prozent auf 53 Dollar steigen wird.

Positiv stimmt die Experten auch die Expansionsstrategie des Unternehmens. Für rund 2,3 Mrd. Dollar übernahm Home Depot in diesem Jahr eine Reihe von Zuliefererbetrieben. Anders als die Heimwerkermärkte, Home Depots bisheriges Kerngeschäft, wenden sich die Tochterfirmen vor allem an kommerzielle Bauunternehmer und Stadtverwaltungen. „Dadurch diversifiziert Home Depot sein Geschäft und ist nicht mehr ausschließlich den Entwicklungen auf dem Wohnimmobilienmarkt ausgesetzt“, sagt Michael Cox von Piper Jaffray.

Auf Kritik stoßen hingegen die wachsenden Lagerbestände. „Die Regale sind eindeutig zu voll, wahrscheinlich, weil Home Depot nach den Wirbelstürmen im Südosten doch weniger Umsatz gemacht hat als etwa im südlichen Florida und Texas“, sagt Matthew Fassler. Er erwartet, dass die Bestände bis Ende des Jahres wieder auf „ein angemessenes Niveau“ sinken werden. Sein Kollege Michael Baker befürchtet aber, dass dies auf Kosten des Nettogewinns geht: „Das Risiko steigt, dass Home Depot sein Überkontingent im Sonderangebot loswerden muss, und das schadet den Margen.“

Gute Nachrichten kommen dagegen aus der Konsumentenforschung. Laut aktuellen Studien ist das Verbrauchervertrauen in den USA zurzeit solide, und die Bereitschaft zum Geldausgeben liegt höher als vor einigen Monaten – auch deshalb, weil die Benzinpreise inzwischen wieder deutlich gesunken sind. Die Analysten erwarten, dass sich diese Einstellung für Home Depot im Vorweihnachtsrummel auszahlen wird.

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