Verlustreiche Stahlwerke
Thyssen-Aktie knickt ein

Der Verkauf der Stahlwerke in Übersee wird für Thyssen-Krupp zum Desaster. Wegen neuer Unsicherheiten strafen Anleger den Konzern ab. Die Aktie gibt kräftig nach.
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Die Aktie von Thyssen-Krupp-Papiere setzt ihre Talfahrt fort. Am Montag fiel der Kurs um knapp fünf Prozent auf 16 Euro. Grund sind Befürchtungen der Anleger, der geplante Verkauf der verlustreichen Stahlwerke in Übersee könnte sich noch weiter hinauszögern.

Nach einem Zeitungsbericht wird Thyssen-Krupp den Verkauf voraussichtlich nicht vor Herbst 2013 abschließen können. Der endgültige Abschluss der Veräußerung werde sich wohl nicht vor September 2013 machen lassen, berichtete die "Financial Times Deutschland" (FTD) am Montag unter Berufung auf interne Planungen des Essener Konzerns.

"Die Verzögerung hat sich zwar bereits angedeutet, aber die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt", sagte ein Händler. Neben dem "FTD"-Bericht belastete aber auch eine Herunterstufung durch die Analysten der Credit Suisse die Aktien. Die Experten setzten die Papiere auf "Neutral" von "Outperform" und begründeten dies unter anderem mit den Unsicherheiten rund um den Verkauf der Stahlwerke in Übersee.

Dass der Verkaufsprozesse noch andauern wird, liegt auf der Hand: Interessenten können derzeit die Bücher der beiden Werke in den USA und in Brasilien genau prüfen. "In der jetzt gestarteten zweiten Phase wird einer Auswahl von Interessenten die Möglichkeit gegeben, die Werke im Rahmen einer so genannten Due Diligence zu analysieren und verbindliche Kaufangebote abzugeben", hatte der Konzern Mitte November mitgeteilt.

"Der Prozess verläuft planmäßig", betonte ein Sprecher. Sowohl der Verkauf beider Werke als Einheit als auch die separate Veräußerung an unterschiedliche Investoren werde in Erwägung gezogen. "Wegen der Komplexität des Prozesses und des unterschiedlichen Interesses der verschiedenen Investoren können wir aktuell keine weiteren Details nennen: Das gilt sowohl für konkrete Zeitabläufe als auch für Namen oder Werte", hieß es weiter.

ThyssenKrupp-Chef Heinrich Hiesinger will nach früheren Angaben bei dem Verkauf der zwölf Milliarden Euro teuren Werke mindestens den noch übrigen Buchwert von sieben Milliarden Euro erzielen. Analysten haben den Wert allerdings nur auf drei bis vier Milliarden Euro beziffert.

Die Anlage in den USA, die Rohstahl weiterverarbeitet, könnte für Konkurrenten interessant sein, die in den US-Markt eintreten oder ihre Präsenz ausbauen wollen. Das Werk in Brasilien kann jährlich rund fünf Millionen Tonnen Rohstahl produzieren. Es könnte für heimische Stahlkonzerne attraktiv sein, die ohnehin eine neue Anlage bauen wollen. ThyssenKrupp liegt allerdings wegen Belastungen der Umwelt im Clinch mit den Behörden. Das Stahlwerk hat eine Pannenserie hinter sich und konnte nur allmählich hochgefahren werden.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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