Viele Analysten sehen Aufwärtstrend der Aktie als intakt an
Spanischer Medienkonzern Prisa beeindruckt mit Gewinnen

Prisa-Chef Jesús de Polanco ist einer der mächtigsten Männer in Spanien. Vielleicht ist der 74jährigste nicht der reichste, aber sicher der einflussreichste.

MADRID. Der Selfmade Millionär ist unter anderem Verleger der mit täglich über 500 000 verkauften Exemplaren auflagenstärksten spanischen Tageszeitung El País und besitzt den äußerst populären Radiosender Cadena Ser. Sein Madrider Medienimperium Prisa, zu dem auch eine 20prozentige Beteiligung am Bezahlfernsehen Sogecable sowie der Verlag Santillana gehören, hat mit dem Regierungswechsel in Spanien noch mehr an Macht gewonnen.

Denn Prisa gilt als äußerst sozialistenfreundlich und dürfte bei der am 14. März neugewählten PSOE-Regierung in vierlei Hinsicht einen großen Stein im Brett haben. Das galubt jedenfalls wie César Pérez, Portofoliomanager bei der britischen Fondsgesellschaft M& G. Ein Grund, warum die Aktie am Montag nach dem Wahlsieg des sozialistischen Präsidentschaftskandidat José Luis Rodríguez Zapatero kurzzeitig sieben Prozent gewann.

Polanco stellte sofort wirtschaftliche Forderungen an die neue Regierung: Er wünscht, dass die Mehrwertsteuer von sieben Prozent für Gedrucktes deutlich gesenkt wird, wie es auch im Wahlprogramm der PSOE angekündigt worden war. Damit ist die neue Regierung in Zugzwang. Denn auch wenn Zapatero derzeit bei jeder Gelegenheit tönt, unter ihm werde es keine Amigo-Politik geben und die staatlichen wie privaten Medien werden von jetzt an völlig unabhängig sein, wird er es sich kaum leisten können, den Medienmogul gegen sich aufzubringen. Polanco erhofft sich auch, von der von den Sozialisten angekündigten Schulreform zu profitieren, die wahrscheinlich den Druck zahlreicher neuer und zusätzlicher Lehrbücher verlangt.

Unter anderem wegen der Vorteile, die Prisa nun voraussichtlich gegenüber anderen Medien in Spanien haben wird, setzen Pérez wie auch der Madrider Broker Ibersecurities auf den Titel. Seit dem 15. März gewann die Aktie drei Euro auf knapp 16 Euro. Die Tendenz bleibt ihrer Meinung nach positiv.

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