Volkswagen-Aktie unter der Lupe
Aktionäre müssen Dividendenkürzung fürchten

Es kursieren Gerüchte, Volkswagen würde wegen der Belastungen durch die Abgasaffäre dieses Jahr die Dividende komplett streichen. Analysten gehen davon aus, dass sie zumindest auf gut die Hälfte gekürzt wird.

Bei der möglicherweise bevorstehenden ersten Dividendenkürzung seit sechs Jahren muss Volkswagen einen Ausgleich finden zwischen den Interessen der Arbeitnehmer, des Staats und der mächtigen Eigentümerfamilien einerseits und den Investoren, die sich seit Jahren zu kurz gekommen fühlen, andererseits.

Die beiden größten Aktionäre, der Porsche-Piëch-Clan und das Land Niedersachsen, haben erklärt, dass sie Arbeitsplätze erhalten wollen. Das deckt sich mit dem Interesse von Betriebsratschef Bernd Osterloh, der auch im VW-Aufsichtsrat sitzt. Inhaber der nicht-stimmberechtigten Aktien beklagen sich allerdings seit Jahren, dass die Dividende von Volkswagen hinter der vergleichbarer deutscher Konzerne zurückblieb. Letztes Jahr schüttete das Unternehmen 21 Prozent des Gewinns an die Aktionäre aus, weniger als halb so viel wie die Dax-Firmen im Durchschnitt.

Am Dienstag berichtete dpa, ein nicht namentlich genanntes Aufsichtsratsmitglied habe erklärt, VW werde wahrscheinlich überhaupt keine Dividende zahlen. Die Investoren erwarten aber eine Ausschüttung. Analystenschätzungen zufolge dürfte der Autohersteller die Dividende um gut die Hälfte auf 2,37 Euro kürzen, wie von Bloomberg zusammengestellte Daten zeigen. Das entspräche rund 14 Prozent des erwarteten bereinigten Gewinns je Aktie von 17,80 Euro.

„Definitiv können sie sich eine Ausschüttung an die Aktionäre leisten“, sagt Sascha Gommel, Analyst bei der Commerzbank, diese würde jedoch „deutlich reduziert durch die Kosten, die bis Ende letzten Jahres verbucht wurden“. Eine Dividende könnte VW rund eine Milliarde Euro kosten, so Gommel, eine überschaubare Summe, vor allem vor dem Hintergrund des Ertrags von 2,2 Milliarden Euro, den das Unternehmen dieses Jahr mit dem Verkauf seines Anteils an dem Flottenmanager LeasePlan verbuchen werde.

Volkswagen schüttete für 2014 rund 2,3 Milliarden Euro an Dividende aus, was 4,86 Euro je Vorzugsaktie und 4,80 Euro je Stammaktie entspricht. Die Familien Porsche und Piëch kontrollieren 52 Prozent des stimmberechtigten Kapitals, Niedersachsen hält 20 Prozent und das Emirat Katar 17 Prozent. Sonstige Aktionäre, die weitgehend auf den Besitz von Vorzugsaktien beschränkt sind, haben wenig Einfluss. Das Unternehmen teilte mit, es werde sich vor der Gewinnmitteilung für 2015 am 28. April nicht zu den Ausschüttungen äußern.

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