Vor der Rückkehr in den Dax
Zwei Kurstreiber geben Infineon neuen Schwung

Noch diesen Monat könnte Infineon in den Dax zurückkehren. Kurz vor der Index-Entscheidung des Arbeitskreis Aktienindizes der Deutschen Börse sorgt außerdem die Erwartung auf eine Gewinnwende für ein kleines Kursfeuerwerk. Analysten zeigen sich von den weiteren Sparbemühungen des defizitären Chipherstellers überrascht.

DÜSSELDORF. Das Ziel einer zehnprozentigen operativen Gewinnmarge hat Infineon am Donnerstag neuen Schwung gegeben. Die Aktie des Münchner Chipherstellers verteuerte sich am Vormittag um mehr als vier Prozent. Zur Erinnerung: Sein Allzeittief hatte der Wert erst im März dieses Jahres bei 35 Cent pro Aktie markiert, allein in den vergangenen drei Monaten gewann der Titel mehr als 60 Prozent an Wert.

Einem Interview der "Financial Times Deutschland" mit Vorstandschef Peter Bauer zufolge nimmt Infineon mit dem erwarteten Wiederaufstieg in den Dax wieder sein Gewinnmargen-Ziel ins Visier. "Ich werde weiter Druck machen, so dass es nicht zu lange dauert, bis wir die zehn Prozent erreichen", sagte Bauer. Die internen Planungen sähen vor, dass der Konzern das Ziel bereits im vierten Quartal des nächsten Geschäftsjahres erreicht, also Juli bis September 2010.

Die Infineon-Aktie war erst vor einem halben Jahr nach jahrelanger Talfahrt aus dem deutschen Leitindex augeschieden. Der Arbeitskreis (AK) Aktienindizes der Deutschen Börse wird am Abend über die Zusammensetzung der Dax-Indizes entscheiden, die dann ab Montag, 21. September in Kraft tritt. Unter Börsenbeobachtern gilt es als ausgemacht, dass dem Wiederaufstieg Infineons die Papiere der Hannover Rück weichen müssen, die den Chiphersteller vor sechs Monaten ersetzt hatten. Damit wäre die Rolle Rückwärts im Dax perfekt.

Börsianer erwarten, dass der Wiederaufstieg in die erste Börsenliga Infineon helfen wird, sich aus den roten Zahlen herauszukämpfen. Der vor einem Jahr eingeschlagene Sparkurs soll nach Angaben von Vorstandschef Bauer und Finanzchef Schröter fortgesetzt werden. Der Abbau weiterer Stellen sei derzeit jedoch nicht geplant. Im zurückliegenden dritten Geschäftsquartal verringerte sich der Fehlbetrag wegen guter Geschäfte mit Mobilfunkchips auf 23 Mio. Euro.

Aktien-Analysten bewerten die Konsolidierungsbemühungen von Infineon-Chef Bauer positiv. "Die Märkte honorieren, dass für Infineon trotz der angestoßenen Sparmassnahmen die Kostenkontrolle weiterhin hohe Priorität behält", lobt Günther Hollfelder von der Unicredit. "Wir erwarten für das laufende Quartal eine operative Marge von etwa drei Prozent, insofern ist bis September 2010 auch ein Gewinnziel im hohen einstelligen Bereich realistisch." Auch der kürzlich angekündigte China-Launch des Apple iPhones, das mit Infineon-Chips arbeitet, sei eine gute Nachricht für die Aktionäre.



Hier finden Sie die aktuellsten Analysten-Einstufungen zu dieser Aktie.



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