Aktien
Vorgezogene Neuwahlen belasten Solar- und Versorgerwerte

Die Aussicht auf einen Regierungswechsel bei der angekündigten Neuwahl am 18. September hat die Aktien von Unternehmen der Solarwirtschaft nach Einschätzung von Experten am Freitag deutlich unter Druck gesetzt.

dpa-afx FRANKFURT. Die Aussicht auf einen Regierungswechsel bei der angekündigten Neuwahl am 18. September hat die Aktien von Unternehmen der Solarwirtschaft nach Einschätzung von Experten am Freitag deutlich unter Druck gesetzt. Die Sorge vor möglicherweise auslaufenden Förderprogramme unter einer CDU-geführten Bundesregierung belaste die Solar-Aktien, sagte ein Händler einer süddeutschen Bank. Im frühen Nachmittagshandel rutschten die Papiere von Solarworld um 2,86 Prozent auf 76,40 Euro. Die Papiere von Conergy verloren 1,15 Prozent auf 85,61 Euro. Zur gleichen Zeit verlor der TecDax 0,81 Prozent auf 583,61 Punkte.

Knapp zwei Monate vor der angekündigten Bundestagswahl sind aber auch die am Vortag gut gelaufenen Aktien der großen deutschen Versorgerwerte unter Druck geraten. Nach neuesten Umfragen verfügt eine mögliche Koalition aus CDU und FDP nur noch über einen hauchdünnen Vorsprung. Im frühen Nachmittagshandel verloren die Papiere von RWE 0,38 Prozent auf 54,60 Euro und die Papiere des Mitbewerbers Eon 0,16 Prozent. Zur gleichen Zeit büßte der Deutsche Aktienindex 0,16 Prozent auf 4,822 Punkte ein.

Kleiner RÜCkschlag

Falls es im September nicht zu einem Regierungswechsel in Berlin kommen sollte, würde das einen "kleinen Rückschlag für die Versorgerwerte bedeuten", sagte Analyst Matthias Heck von der Privatbank Sal. Oppenheim. Zuvor hatte die Hoffnung auf eine längere Laufzeit der Atomkraftwerke unter einer CDU-geführten Bundesregierung die Aktien der großen Stromkonzerne nach Einschätzung von Experten positiv beeinflusst.

Nach dem jüngsten ZDF-Politbarometer vom Freitag hat die Union in der Wählergunst leicht verloren. Zugleich verzeichnete die neue Linkspartei in der Umfrage einen deutlichen Zuwachs von zwei Prozent auf zehn Prozent. Nach einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Infratest dimap ist der Vorsprung von CDU/CSU und FDP gegenüber SPD, Linkspartei und Grünen sogar auf nur noch einen Punkt zusammengeschmolzen.

In den kommenden Wochen bis zum Wahltermin dürften die Umfragewerte nach Einschätzung von Marktbeobachtern die Kursentwicklung der Versorgerwerte weiter beeinflussen. Allerdings seien sinkende Umfragewerte für die CDU nach Einschätzung von Analyst Heck "nur ein Aspekt von mehreren, die die Aktien der Stromkonzerne beeinflussen".

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