Weichen bereits gestellt
Spekulation um Wacker-Chemie-IPO Anfang 2006

Der Münchener Spezialchemiekonzern Wacker-Chemie strebt einem Zeitungsbericht zufolge Anfang kommenden Jahres an die Börse. Ein Sprecher des Unternehmens wollte einen Gang an den Aktienmarkt nicht ausschließen, machte aber keine Angaben zu einem möglichen Zeitpunkt dafür.

HB FRANKFURT. „Ein Börsengang ist eine theoretische Option, die wir nicht für alle Zukunft ausschließen“, sagte der Sprecher des Münchener Familienunternehmens am Freitag. Die „Börsen-Zeitung“ hatte zuvor unter Berufung auf Frankfurter Finanzkreise berichtet, Wacker strebe voraussichtlich bereits im Frühjahr 2006 an den Kapitalmarkt. „An Marktspekulationen beteiligen wir uns nicht nicht“, sagte der Sprecher dazu. Die Weichen für einen möglichen Börsengang stellte Wacker bereits. Das Unternehmen hat seine Rechtsform von einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung in eine Aktiengesellschaft umgewandelt. Grund des Schritts sei die höhere Flexibilität, die die Rechtsform der AG in Fragen der Konzernfinanzierung biete, hatte Wacker begründet.

Dem Zeitungsbericht zufolge wird die US-Investmentbank Morgan Stanley als möglicher Konsortialführer für den geplanten Börsengang gehandelt. Der Emissionserlös solle insbesondere verwendet werden, um die fremdfinanzierte Übernahme des 44,4-prozentigen Pakets von Aventis, ehemals Hoechst, zu refinanzieren.

Nach jahrelangen Verhandlungen hatte sich der deutsch-französische Pharmakonzern Sanofi-Aventis von seiner Beteiligung an der Wacker-Chemie getrennt. Die restlichen, von der Hoechst AG gehaltenen 44,4 Prozent, gingen an eine Beteiligungsfirma der Familie Wacker, die damit 100 Prozent an Wacker-Chemie hält. Dem Zeitungsbericht zufolge zahlte Wacker für den Anteil geschätzte eine Milliarde Euro.

Das im Jahr 1914 gegründete Chemieunternehmen kam im Jahr 2004 auf einen Umsatz von etwa 2,5 Milliarden Euro. Wacker besitzt nach eigenen Angaben 20 Produktionsstätten in Europa, Amerika und Asien sowie mehr als 100 Vertriebsgesellschaften. Der Konzern hat etwa 14.700 Beschäftigte.

Zur Wacker-Chemie gehört auch der Halbleiter-Zulieferer Siltronic. Wacker wollte den Hersteller von Reinstsilizium im vergangenen Jahr an die Börse bringen, hatte dies aber wegen der mangelnden Zeichnungsbereitschaft der Investoren in letzter Sekunde abgesagt. Dem Bericht zufolge führt Wacker derzeit Gespräche über einen Verkauf von Siltronic. Es sei wahrscheinlich, dass Wacker Siltronic noch vor dem eigenen Börsengang abgeben werde, hieß es.

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