Zeitpunkt weiter noch unklar
Siltronic hegt weiter Börsenhoffnungen

Der Halbleiter-Zulieferer und Börsenkandidat Siltronic steckt weiterhin in den roten Zahlen.

HB MÜNCHEN. Auf einen neuen Zeitpunkt für die nach wie vor geplante Erstnotiz auf den deutschen Kurszettel (IPO) wollte sich der Hersteller von Siliziumscheiben für die Chipbranche erneut nicht festlegen.

„Ich kann Ihnen heute keinen konkreten Zeitplan nennen“, sagte Siltronic-Chef Wilhelm Sittenthaler am Freitag in München. Zunächst müssten sich die Kursschwankungen an den Börsen verringern und das Marktumfeld verbessern. Siltronic halte aber daran fest, dass das Unternehmen weiter an die Börse strebe.

Nach dem Scheitern des IPOs von X-FAB ruhten im Frühjahr alle Hoffnungen des Marktes auf ein Ende der fast zwei Jahre dauernden Emissionsflaute in Deutschland auf Siltronic. Vor dem Hintergrund der Anschläge von Madrid, der eskalierenden Gewalt im Nahen Osten und der damit verbundenen Unsicherheit an den Finanzmärkten hatten die Münchener ihre Börsenpläne aber vorerst wieder in der Schublade verschwinden lassen. Neuer Hoffnungsträger ist nun die Postbank, die noch vor der Sommerpause an die Börse will.

Siltronic hatte mit dem Emissionserlöse von bis zu 1,1 Mrd. Euro seine Schulden reduzieren und die weitere Expansion finanzieren wollen.

Von Januar bis März verbuchte Siltronic nach eigenen Angaben vor Steuern und Zinsen einen Verlust von 29 Millionen Euro nach 55 Mill. Euro im Vorquartal. Vor einem Jahr hatte das Minus bereinigt um Sondereffekte 35 Millionen Euro betragen. Wegen der starken Konjunkturschwankungen der Halbleiterbranche und der sich rasch ändernden Preise gilt der Vorjahresvergleich allerdings nur als bedingt aussagefähig.

„Wir sind auf dem richtigen Weg, aber noch lange nicht zufrieden“, sagte Sittenthaler. Die 2003 eingeleitete Restrukturierung zeige nun Wirkung. Der Umsatz verringerte sich gegenüber dem Schlussquartal 2003 um drei Prozent auf 196 Millionen Euro, bereinigt um Wechselkurseffekte ergab sich ein Zuwachs von drei Prozent. Siltronic habe zwar ein Absatzplus von neun Prozent verbucht, die Preise hätten aber noch das niedrigere Marktniveau widergespiegelt, hieß es.

Für das laufende Quartal gab sich Siltronic optimistisch: „Die Preise für Siliziumwafer beginnen sich zu stabilisieren und sogar zu erholen und lassen für das zweite Quartal eine Umsatzverbesserung erwarten.“ Das vollständige Zahlenwerk will Siltronic im Mai vorlegen.

Sittenthaler wiederholte die Jahresprognose, wonach sich 2004 das Ergebnis deutlich verbessern soll. Er ließ aber offen, wann der für das laufende Jahr auf Quartalsbasis in Aussicht gestellte Eintritt in die Gewinnzone erfolgen soll.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%