Zu geringe Transaktionsmargen
Google-Börsengang ohne Merrill Lynch

Google hat die Finanzinstitute Merrill Lynch, Pierce und Fenner & Smith aus der Liste der Konsortialbanken für ihren geplanten Börsengang gestrichen - das meldet der Internet-Suchmaschinenbetreiber an die US-Börsenaufsicht. Merrill Lynch waren anscheinend die Margen der Transaktion zu gering.

HB NEW YORK. „Die Gebühren sind zu niedrig. Das war den Aufwand nicht wert“, sagte ein institutioneller Investor, der Kunde bei Merrill ist. Aus Kreisen hieß es, nicht Google habe Merrill als Konsortialbank ausgeschlossen, sondern die Investmentbank habe das Mandat aus eigenem Antrieb abgegeben. Google hatte am Vortag keine Begründung für das Ausscheiden von Merrill bei dem IPO genannt, der ein Volumen von 2,7 Mrd USD hat. Eine Sprecherin der Bank wollte die Angelegenheit nicht kommentieren.

Meist liegen die Gebühren bei einem Börsengang bei 7% des Volumens. Das meiste Geld davon erhalten die Konsortialführer, die in der Regel auch die meisten Aktien verkaufen. Beim Google-IPO werden die Aktien in einer Art Auktion versteigert. Die Höhe der Gebühren ist zwar nicht bekannt, einige Banker schätzen sie jedoch nur auf 3% des Volumens des Börsengangs. Zudem besteht nach Aussage von Beobachtern für einfache Konsortialsmitglieder wie Merrill ein gewisses Risiko, dass der Verwaltungsaufwand höher ist als bei den Konsortialführern, dennoch erhalten sie geringere Gebühren als diese.

Aus Unternehmenskreisen hieß es auch, Merrill sei mit der Abwicklung des Börsengang in Form einer Auktion nicht glücklich gewesen. Dennoch wollte das Brokerhaus zunächst bei dem wohl wichtigsten Börsengang des Jahres dabei sein. Einige Banker hätten das IPO als „Loss Leader“ bezeichnet. Sie seien bereit, bei dem Börsengang Geld zu verlieren, nur um den Kunden sagen zu könne, sie seien dabei gewesen. Ein Banker sagte, der Rückzug von Merrill könnte nun auch andere Banken dazu bewegen, die Teilnahme an dem IPO abzusagen. „Es ist nicht schwer, sich das auszurechnen und zu sagen: Das macht keinen Sinn, trotz des ganzen Rummels“, sagte ein Banker.

Das US-Unternehmen, das die führende Internetsuchmaschine betreibt, nannte in den bei der US-Börsenaufsicht SEC eingereichten Unterlagen neben den beiden führenden Konsortialbanken Morgan Stanley sowie Credit Suisse First Boston zunächst insgesamt 29 weitere Investmentbanken, darunter die Deutsche Bank Securities, Citigroup Global Markets, Goldman Sachs oder Lehman Brothers. Google hatte den Börsengang vor einigen Wochen angekündigt und will eigene Aktien im Wert von bis zu 2,7 Mrd. Dollar (2,2 Mrd. Euro) verkaufen.

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