Zwei Debüts verschoben
Börsengänge für 2007 so gut wie gelaufen

Das Thema Börsengänge ist für dieses Jahr so gut wie gelaufen. Mit dem chinesischen Chipkartenhersteller Vtion und dem Technologieunternehmen Technotrend haben in dieser Woche gleich zwei Börsenaspiranten ihre Pläne auf das kommende Jahr verschoben. Sie hoffen bis dahin auf ein wieder besseres Kapitalmarktumfeld, in dem die Unternehmen höher bewertet werden.

HB FRANKFURT. Bis dahin sind vielleicht auch einige gefloppte Börsendebüts der vergangenen Wochen bei den Anlegern in Vergessenheit geraten. „Die Börsengänge sind für dieses Jahr durch“, sagte ein Kenner der Branche. „Vielleicht sehen wir noch ein oder zwei Debüts im Freiverkehr, im Prime Standard ist aber nichts mehr zu erwarten.“ Viele Unternehmen hätten ihre Pläne schon vorsorglich zurückgestellt und wären damit erst gar nicht mehr an die Öffentlichkeit gegangen. „Es wird aber viele Nachholer geben, im kommenden Frühling geht es wieder los“, sagte der Experte. Einige Kandidaten für 2008 stehen schon in den Startlöchern, dazu gehören der Druckmaschinenhersteller MAN Roland und der IT-Großhändler Actebis.

Sorgen um die Auswirkungen der Finanzmarktkrise auf die Weltwirtschaft lasten auf den Aktienmärkten. In Frankfurt hat der deutsche Leitindex Dax seit den Höchstständen im Sommer mehr als acht Prozent abgegeben. Der Mittelwerteindex MDax rutschte sogar um mehr als 20 Prozent ab. Kein gutes Klima für Neuemissionen, wie die Debüts der vergangenen Wochen zeigen: So rutschten die Papiere des Bambusproduzenten Asian Bamboo kurz nach ihrem Handelsstart Mitte November unter ihren Ausgabepreis. Das Softwareunternehmen MeVis und der Mobiltelefonkomponenten-Hersteller Greater China Precision Components (GCPC) gingen noch deutlicher auf Tauchstation.

Die Stimmung für Inititial Public Offerings (IPOs) ist nach Meinung von Patrick Hussy vom Analysehaus Sentix ein Indikator für die Stimmung am Aktienmarkt insgesamt. Sentix nimmt in regelmäßigen Studien das Anlageverhalten von privaten und institutionellen Investoren unter die Lupe. Die Bereitschaft, in Aktien von Börsenneulingen zu investieren, nehme mit zunehmender Unruhe am Markt ab: „Wenn der Anleger in seinem traditionellen Anlegeruniversum schon viele Probleme sieht, dann ist er für Neues nicht mehr so aufnahmebereit“, erklärt Hussy.

Der chinesische Chipkartenhersteller Vtion Wireless Technology wollte ursprünglich an diesem Freitag in Frankfurt an die Börse gehen. Laut Carsten Klante von der begleitenden Bank Sal. Oppenheim fiel die Entscheidung für die Verschiebung nicht nur wegen der unerfüllten Preisvorstellungen des Managements. Viele Investoren hätten in den vergangenen Wochen bei ihren Engagements in kleine und mittlere Titel Gewinne mitgenommen und stattdessen in stärker gehandelte Titel aus dem Dax investiert, bei denen sie sich zudem gegen Schwankungen absichern konnten. Im kommenden Jahr dürfte sich die Situation wieder ändern, ist sich Klante sicher. „Dann werden die Investoren wieder die Chancen sehen.“

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