Zwischenbericht übertrifft die Erwartungen
Analysten sind bei Techem optimistisch gestimmt

Mit dem Ablesen von Heizungs- und Wasserverbrauch überzeugt der Energiedienstleister Techem die Analysten. Die Kette positiver Unternehmensnachrichten wird ihrer Ansicht nach auch künftig nicht abreißen. Davon zeugten auch die gestern veröffentlichten Neun-Monatszahlen. Die Mehrheit der von Bloomberg geführten Aktienbeobachter führt den Titel daher auf der Kaufliste.

FRANKFURT/M. Techem übertraf mit den jüngsten Geschäftsdaten die Erwartungen der Analysten. Im Zeitraum Oktober bis Juni lag der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) mit 65,4 Mill. Euro fast doppelt so hoch wie im Vorjahreszeitraum. Der Nettogewinn erreichte mit 30,1 Mill. Euro fast das Vierfache. Der Umsatz stieg im Jahresvergleich um sechs Prozent. An der Börse wurde dies am Dienstag mit einem Tageshoch von 20,20 Euro belohnt – einem Plus von mehr als sechs Prozent.

Das Eschborner Unternehmen ist in Deutschland Marktführer bei der Erfassung von Heiz- und Wasserkosten in Wohnungen. Auch in West- und Osteuropa ist das Unternehmen aktiv. Insgesamt werden in Europa 6,7 Millionen Wohnungen betreut. Größter internationaler Konkurrent ist die Eon-Tochter Viterra.

Im gesamten Geschäftsjahr 2003/04 (bis Ende September) peilt Techem ein Ebit von 74 bis 77 Mill. Euro und einen Umsatz von 430 bis 432 Mill. Euro an. „Die Jahresprognose ist sehr konservativ, es sind also weiter positive Nachrichten zu erwarten“, betont Burkhard Sawazki von HSBC Trinkaus & Burkhardt. Er empfiehlt einen Kauf und sieht die Aktie in sechs Monaten auf einem Niveau von 21 Euro: „Techem ist eine Value-Aktie mit niedrigem Risiko, damit kann der Anleger gut schlafen.“

Zur positiven Einschätzung der Analysten tragen vor allem erfolgreiche Kostensenkungen des Unternehmens bei. Mit harten Schritten hat der seit Anfang 2003 amtierende Vorstandsvorsitzende Horst Enzelmüller das Unternehmen einer Rosskur unterzogen. Außerdem setzte der neue Chef den Schuldenabbau auf die Prioritätenliste. Damit kommt er schneller voran als erwartet. Bis Ende des Geschäftsjahres soll die Nettoverschuldung auf 235 bis 240 Mill. Euro gedrückt werden.

Zudem stimmt die Aussicht auf eine Dividende die Experten zuversichtlich. Die Chancen auf eine Ausschüttung liegen nach Aussagen des Managements bei 50 Prozent. Dies wäre ein Novum: Seit dem Börsengang 2000 waren die Aktionäre immer leer ausgegangen.

Analysten spielen noch zwei weitere Trumpfkarten für Techem aus. Dies ist zum einen das recht günstige Kurs-Gewinn-Verhältnis von gut zwölf. Zum anderen gilt der Dienstleister als nahezu resistent gegenüber den Höhenflügen des Ölpreises oder Konjunkturängsten.

In der Summe sei die Techem-Aktie „bei einem überschaubaren Chancen-Risiko-Profil auch nach dem jüngsten Kursanstieg für die nächste Zeit ein interessantes Investment“, meint Burkhard Weiss von der Commerzbank. Er sieht den Wert in zwölf Monaten bei 26 Euro und empfiehlt zu kaufen. „Gegen die Aktie spricht allenfalls, dass kein gigantisches Umsatzwachstum zu erwarten ist, sondern nur drei bis fünf Prozent Plus in den nächsten Jahren.“

Als einer der wenigen Skeptiker rät dagegen Roland Könen vom Bankhaus Lampe von einem Kauf der Techem-Papiere ab. Obwohl auch er weiter mit positiven Überraschungen aus Eschborn rechnet, sieht er diese Entwicklungen bereits im Aktienkurs „eingepreist“. Die Aktie habe sich „in der vergangenen Zeit bereits besser als der Gesamtmarkt entwickelt“. Das Wachstumspotenzial für die Aktie bewertet er mit niedriger als zehn Prozent und stuft den Titel mit Halten ein.

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