Altersvorsorge
Der Traum vom eigenen Häuschen

Beim Immobilienkauf für den Eigengebrauch spielen emotionale Faktoren eine große Rolle. Wenn das Haus zum Statussymbol werden soll, stoßen selbst Besserverdienende leicht an die Grenzen ihrer finanziellen Belastbarkeit.

FrankfurtViele beruflich erfolgreiche Menschen kennen das Problem, für das es definitiv keine pauschale Lösung gibt. Beim weiteren Aufstieg, dem nächsten lukrativen Job, gibt es häufig mehr Geld. Man will dann nicht protzen, trotzdem aber zeigen, dass es einem gutgeht. Gerade für Hochverdiener hat die selbst genutzte Immobilie auch eine emotionale Seite. Und gerade die gibt hier den Ausschlag.

Dinge wie Prestige und das Zurschaustellen des beruflichen Erfolgs spielen dabei die gleiche Rolle wie das Bedürfnis, endlich die Welt der muffigen Treppenhäuser hinter sich zu lassen. Oder wie es Marco Sewald von der Sparkasse Miltenberg-Obernburg ausdrückt: "Selbst genutzte Immobilien sind in der Regel keine Renditeobjekte, stattdessen gönnt man sich etwas." Damit räumt er gleich mit der größten Illusion auf, dass eine Immobilie später auch wieder mit Gewinn verkauft werden kann. Wer hier Einstandspreis, Grunderwerbsteuer, Makler, Notar und bezahlte Zinsen beim Verkauf wiederbekommt, kann in der Regel froh sein.

Trotzdem will auch unsere Familie Mustermann in die "eigenen vier Wände". Deren finanzielle Lage und Wünsche haben wir hier in den vergangenen Wochen zusammen mit dem Financial Planning Standard Board (FPSB), das sich um die Fortbildung und Zertifizierung von Finanzberatern kümmert, vorgestellt.

1200 Euro kalt hat die Familie bisher an Miete für das Reihenendhaus irgendwo in Baden-Württemberg gezahlt. Damit wird sie künftig nicht mehr hinkommen. Weil bei den knapp 230.000 Euro, die das Paar verdient - sie ist Realschullehrerin mit einer halben Stelle - über 41.500 Euro an liquiden Mitteln pro Jahr übrig sind, wäre durchaus Spielraum da. Auch hat die Familie rund 100.000 Euro in bar, die zumindest teilweise für den Hauskauf verwendet werden könnten.

"Möglichst viel sollte tendenziell für den Kauf eines selbst genutzten Hauses eingesetzt werden", rät Thomas Abel, freier Finanzdienstleister bei der Honoris GmbH in Berlin. Im vorliegenden Fall sollte die Summe aber auf die Hälfte, also 50.000 Euro, beschränkt sein. Der Grund: Die Mustermanns besitzen noch zwei andere vermietete Immobilien, bei denen immer wieder Kosten für den Erhalt anfallen können. Finanzielle Absicherung ist hier also gefragt. Bedenkenswert: Unsere Familie Mustermann ist mit zwei vermieteten Objekten und jetzt noch einem selbst genutzten Haus schon sehr immobilienlastig in ihrer Vermögensstruktur. Sollte sich eine günstige Gelegenheit ergeben, sollten sie sich von einer der vermieteten Immobilien trennen.

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