Anlegerakademie: Optionsscheine
Heiße Scheine mit Hebel

Optionsscheine sind vor allem bei Zockern beliebt. Wer mit den Papieren handeln will, sollte aber ihre Tücken kennen, denn der Preis wird durch drei verschiedene Faktoren beeinflusst.

FRANKFURT. Die Idee ist so einfach wie bestechend: Wer seine Geldanlage mit einem Hebel versieht, kann mit vergleichsweise wenig Kapital große Summen bewegen. Wenn alles gut geht, krönt am Ende ein hoher Gewinn den Einsatz. Allerdings erkauft sich der Anleger die Chance auf überdurchschnittliche Renditen mit einem höheren Risiko.

Der Klassiker unter den Hebelprodukten ist der Optionsschein. Seit den 90er-Jahren haben ihn die Banken für Privatanleger im Programm. Aktuell können Anleger zwischen 44 000 Scheinen auf Indizes, Aktien, Währungen und Rohstoffe wählen. Laut einer Marktstatistik der Deutschen Bank betrug allein im Juli der Umsatz mit Hebelprodukten 14 Mrd. Euro nach 10,1 Mrd. Euro im Vorjahresmonat. Davon entfielen 35,8 Prozent oder fünf Mrd. Euro auf Optionsscheine und 64,2 Prozent auf mit einem Hebel ausgestattete Zertifikate.

Optionsscheine sind als Wertpapiere verbriefte Optionen. Anders als Optionen, die von Profis an Terminbörsen wie etwa der Eurex ge- und verkauft werden, können Privatanleger Optionsscheine in kleinen Stückzahlen für wenig Geld direkt mit ihrer Bank oder an den Börsen in Frankfurt und Stuttgart handeln.

Die Papiere gibt es in zwei Varianten: Mit einem Kaufoptionsschein, einem so genannten Call, wetten Anleger auf steigende Kurse eines Basiswertes – das kann eine Aktie, ein Index, aber auch eine Anleihe, Zinsen oder Rohstoffe sein. Mit einem Verkaufsoptionsschein, dem Put, spekulieren Investoren auf fallende Kurse. Entwickelt sich der zu Grunde liegende Basiswert in die gewünschte Richtung, streicht der Anleger einen überproportionalen Gewinn ein. Möglich macht dies die Hebelwirkung der Optionsscheine. Diese ergibt sich aus dem Umstand, dass der Investor nicht den Basiswert kauft, sondern lediglich das Recht erwirbt, diesen zu einem bestimmten Kurs – den Basispreis – zu kaufen (Call) oder zu verkaufen (Put). Da dieser Basispreis geringer ist als der Kurs des Basiswertes, profitieren Anleger überproportional von Kursentwicklungen: Mögliche Gewinne, aber auch mögliche Verluste, wenn der Anleger falsch liegt, werden „ gehebelt“.

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