Handelsblatt-Anleger-Akademie
Fonds-Dickschiffe halten ihren Kurs

Viele Privatanleger wissen, dass sie für das Alter vorsorgen müssen. Doch die jüngsten Kurseinbrüche ermutigen nicht gerade zum Kauf. Dennoch genießen trotz der Börsenturbulenzen besonders die Riesen der Fondsbranche weiterhin das Vertrauen der Anleger. Für dauerhaft überdurchschnittliche Renditen ist Größe allein aber nicht ausschlaggebend.
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FRANKFURT. Viele Privatanleger stecken dieser Tage in einem Dilemma. Einerseits wissen sie, dass sie privat für ihr Alter sparen müssen. Zudem wird vielen bewusst, dass ihnen das Jahr 2008 die letzte Chance bietet, Aktienvermögen zu bilden, dessen Kursgewinne langfristig von der Abgeltungsteuer verschont bleiben.

Doch die jüngsten Kurseinbrüche im Zuge der US-Hypothekenkrise ermutigen nicht gerade zum Kauf. Im Gegenteil: „Viele Menschen, die mit ihren Investments noch im Plus stehen, überlegen, ob sie jetzt nicht ihren verbliebenen Gewinn mitnehmen“, beschreibt Arno Gottschalk, Finanzberater bei der Verbraucherzentrale Bremen, die Stimmung unter Anlegern. Wer aber noch mindestens zehn Jahre sparen wolle, sollte in diesem Jahr investieren, rät er mit Blick auf die Abgeltungsteuer.

Die Vergangenheit zeige, dass man über lange Zeiträume Aktienkursverluste mehr als ausgleichen könne. „Am sinnvollsten ist es, bis zum Jahresende schrittweise zu investieren“, rät der Verbraucherschützer, um das Risiko, zu einem ungünstigen Zeitpunkt anzulegen, zu verteilen. Andere Experten sehen jetzt einen idealen Zeitpunkt für den Einstieg: „Langfristanleger sollten gegen den Trend kaufen, um Titel günstig zu bekommen“, meint Gerd Bennewirtz, Chef der Fondsberatung SJB. In der Krise komme es allerdings besonders darauf an, das Risiko zu streuen.

Mit marktbreit anlegenden Fonds verteilt der Anleger sein Risiko, setzt er doch unabhängig von der Anlagesumme mittels Fonds auf verschiedene Aktien, Anleihen und Immobilien. Fonds bieten zudem einen Kapitalschutz besonderer Art. Im Vergleich zu Zertifikaten unterliegen Eigner von Fonds nicht dem Emittentenrisiko. Ihr Anlagekapital fließt in ein Sondervermögen und ist damit geschützt gegen Konkurs des Fondsanbieters.

Die Riesen der Fondsbranche genießen dabei besonders Vertrauen. Immerhin haben private Sparer ebenso wie Dachfondsmanager ein Vermögen von insgesamt gut 63 Mrd. Euro in nur acht europäische Mega-Fonds investiert – eine stolze Summe der immerhin 1,55 Bill. Euro, die insgesamt in mehr als 6 500 Investmentfonds in Europa stecken.

Gerade in Zeiten großer Unsicherheit wie der aktuellen Finanzkrise besinnen sich Investoren gern auf Stabilität, wünschen sich solide, verlässliche Wertentwicklung bei einem überschaubaren Risiko – und hoffen genau dies bei den milliardenschweren Goliaths unter den Fonds zu finden.

Was die Dickschiffe von der Konkurrenz unterscheidet, ist Thema der neuen Anlegerakademie „Die größten Fonds in Europa“. In den kommenden acht Wochen wird jeweils ein Mega-Fonds mit breitem Anlagehorizont für die strategische Geldanlage vorgestellt, die die Investmenthäuser deutschen Anlegern anbieten. Dabei bleiben allerdings Aktienbranchenfonds, die im Einzelfall ebenfalls erhebliches Gewicht auf die Waage bringen, außen vor, da sie nicht zu einem klassischen Basisinvestment gehören.

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