Nachhaltige Geldanlage
Der Gewinn ist nicht immer alles

Deutschland schwört auf Bioprodukte. Allerdings nur aus dem Supermarkt. Bei nachhaltigen Geldanlagen sind Investoren bislang noch skeptisch. Das liegt vor allem am unübersichtlichen Angebot. Ein Wegweiser.

FrankfurtBio ist in. Die Deutschen greifen im Supermarkt und beim Obst- und Gemüsehändler eifrig zu Bioprodukten. Doch in Sachen Geldanlage sind es fast nur Großinvestoren, die ihr Kapital nach ökologischen, ethischen und sozialen Grundsätzen arbeiten lassen. Den allermeisten Privatanlegern ist eine nachhaltige Geldanlage - so der Oberbegriff - fremd, wie eine Umfrage des Marktforschungsinstituts Forsa ergibt.

Nur zwei Prozent der Deutschen legen ihr Geld nachhaltig an. Nur 30 Prozent aller Privaten wissen, was sich hinter dem Begriff verbirgt. "Das Thema ist hier noch nicht richtig angekommen", resümiert André Härtel, Analyst beim Fondsratinghaus Feri Eurorating. Experten schätzen, dass wenige große Investoren wie Pensionskassen oder Stiftungen in Deutschland ein Vermögen von rund 200 Milliarden Euro ethisch, sozial und ökologisch sauber anlegen. In Europa sind es fünf Billionen Euro.

Vertreter großer Anbieter wie Erik Breen, Leiter nachhaltige Geldanlage beim niederländischen Fondsanbieter Robeco, erkennen eine stark zunehmende Nachfrage. "Mehr und mehr Anleger wollen ihr Geld nachhaltig investieren und etwa als Anteilseigner darauf hinwirken, dass Firmen nachhaltig wirtschaften. Er erwartet, dass diese Anlagen in Europa bis 2015 ein Fünftel der gemanagten Vermögen oder gut 14 Billionen Euro ausmachen.

Für die Kluft zwischen institutionellen und privaten Anlegern in Deutschland sehen Experten mehrere Gründe. "Nachhaltige Geldanlage ist ein weites Feld", sagt Härtel - Anleger verstehen darunter höchst Unterschiedliches: Manche verlangen, dass Firmen umweltschonend arbeiten, keine ethisch anrüchigen Geschäfte etwa mit Waffen, Tabak oder Alkohol machen. Anderen reicht es, wenn ihre Firmen im Depot weniger Kohlendioxid ausstoßen als andere.

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