ABS
Investoren greifen bei neuen Verbriefungen zu

Der Markt für mit Forderungen besicherten Anleihen (Asset Backed Securities, ABS) erwacht aus seiner Schockstarre.

FRANKFURT. Gestern fanden die VW VW-Leasing-Tochter und die britische Lloyds Banking Group erstmals seit über einem Jahr in Europa Investoren für neue große öffentlich platzierte ABS. VW-Leasing begibt verbriefte Anleihen über 475 Mio. Euro, Lloyds schlägt gleich mit vier Mrd. Pfund (4,4 Mrd. Euro) zu, von denen indes der Großteil schon im Vorfeld privat bei Investoren platziert wurde.

Die VW-Emission war fünffach, die von Lloyds doppelt überzeichnet. Analysten wie zum Beispiel James Zanesi von Unicredit werten dies als Hoffnungszeichen für den Markt und erwarten, dass andere Banken folgen.

Bei ABS gliedern Banken anders als bei zum Beispiel Pfandbriefen Kredite aus ihrer Bilanz aus und übertragen sie auf eine Zweckgesellschaft. Die begibt dann Anleihen in verschiedenen Risikoklassen, die mit den Forderungen besichert sind. Von einem Ausfall der zugrunde liegenden Kredite sind zunächst die unteren Risikoklassen betroffen, die dafür auch die höchsten Renditen bieten. Auf diesem Weg schafften die Banken in ihren Bilanzen Platz für neue Kredite.

Dies hat lange funktioniert. Der Markt brach jedoch schon vor zwei Jahren mehr oder weniger zusammen, weil mit wackligen und reihenweise ausfallenden Subprime-Krediten unterlegte ABS als einer der wesentlichen Auslöser der Finanzkrise galten. Dies brachte alle ABS in Verruf, die zudem teils sehr verschachtelt waren und mehrfach verbrieft wurden.

Die neuen Verbriefungen von VW-Leasing und Lloyds sind dagegen recht einfach strukturiert. Die VW-Leasing ABS ist mit Autokrediten besichert und wird in nur zwei Risikoklassen aufgeteilt, von denen der Großteil die Höchstnote Dreifach-A von den Ratingagenturen Standard & Poor?s und Fitch bekommen hat. Lloyds verbrieft britische Wohnimmobilien und begibt dazu Anleihen in verschiedenen Risikoklassen in Pfund und Euro.

VW-Leasing und Lloyds senkten beide die angekündigten Renditen für die ABS. VW-Leasing bot die AAA-Tranche zu einem Renditeaufschlag von 1,1 Prozentpunkten über dem einmonatigen Interbankensatz Euribor an. Lloyds zahlt für die beste Euro-Tranche 1,7 Prozentpunkte über dem dreimonatigen Euribor.

Andrea Cünnen
Andrea Cünnen
Handelsblatt / Finanzkorrespondentin
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