Afrikanische Staaten
Sechs Premieren auf dem Anleihemarkt

Mindestens sechs Länder aus Afrika südlich der Sahara werden einer Studie von Moody's Investors Service zufolge in den nächsten Jahren erstmals internationale Anleihen auflegen. Investoren locken hohe Renditen.
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DubaiAngola, Kamerun, Kenia, Tansania, Uganda und Mosambik bereiten die Ausgabe ihrer ersten Staatsanleihen vor, sind die Moody's-Analysten um Aurelien Mali überzeugt. Die Volumina der meisten Emissionen werden 500 Millionen Dollar überschreiten, schreiben sie in einer aktuellen Studie. Senegal will die internationalen Märkte Ende dieses Jahres erneut anzapfen, so der Bericht. Das Land hatte erstmals 2009 Anleihen begeben.

Starkes Wirtschaftswachstum wird die Nachfrage nach Schuldtiteln von dem Kontinent stützen. „Die Region hat sich insgesamt bemerkenswert widerstandsfähig gegen finanzielle Schocks während der weltweiten Finanzkrise gezeigt“, so die Analysten. „Wir erwarten, dass das Investoreninteresse angesichts des starken makroökonomischen Wachstumsausblicks für Afrika anhalten wird.“

Afrikanische Länder von Ägypten bis Südafrika haben in diesem Jahr eine Rekordsumme von acht Milliarden Dollar am Kapitalmarkt beschafft, bei Emissionen in Fremdwährung seit 2011 übertraf die Nachfrage das Angebot im Schnitt um das Sechsfache, so Moody‘s. Dennoch hätten bisher erst 14 der 54 Länder des Kontinents internationale Anleihen begeben und die nationalen Kapitalmärkte steckten noch in den Kinderschuhen.

Moody‘s erwartet „in den kommenden Jahren“ ein Wirtschaftswachstum auf dem Kontinent von durchschnittlich fünf bis sechs Prozent, was die Region zu einem der besten Performer weltweit mache.

Ruanda hat im April erstmals Eurobonds im Volumen von 400 Millionen Dollar begeben, Nigeria und Ghana emittieren im Juli zum zweiten Mal internationale Anleihen. Kenia, die größte Volkswirtschaft Ostafrikas, wird trotz des Terroranschlags in Nairobi im September bei seinem Plan bleiben, im Dezember bei seiner ersten Euro-Bond-Emission bis zu zwei Milliarden Dollar einzunehmen. Moody‘s hatte zuletzt erklärt, der Anschlag könnte die Staatseinnahmen vor allem aus dem Tourismus verringern, und sei für die mit B1 geratete Volkswirtschaft „kredit-negativ“.

Die Durchschnittsrenditen afrikanischer Schuldtitel sind nach Daten von JP Morgan Chase in diesem Jahr um 156 Basispunkte auf 5,82 Prozent gestiegen. Die Ungewissheit, wann die US-Notenbank ihre monatlichen Bondkäufe von 85 Milliarden Dollar zurückfahren könnte, werden wohl „weiterhin die Kosten dieser Anleiheemissionen beeinflussen, da die Leitzinssätze aufwärts tendieren und damit den Kostenvorteil internationaler Emissionen reduzieren“, so Moody's.

Agentur
Bloomberg 
Bloomberg / Nachrichtenagentur

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