Anleihe-Auktion
Druck auf Italien bleibt „extrem hoch“

Ernüchterung in Italien: Trotz harter Sparmaßnahmen verlangen Investoren noch immer extrem hohe Zinsen für ihr Geld. In den kommenden Wochen könnte die Lage noch ernster werden.
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MailandBei der mit großer Spannung erwarteten Versteigerung einer zehnjährigen Staatsanleihe mussten Anleger mit einem Zins von rund sieben Prozent gelockt werden. Das ist zwar etwas weniger als im November, aber auf Dauer kann sich der klamme Staat so hohe Zinskosten nicht leisten, warnen Experten. Erschwert wird die Sanierung des Haushalts durch die drohende Rezession: Die Stimmung in der Wirtschaft fiel im Dezember auf ein Zwei-Jahres-Tief. Ministerpräsident Mario Monti will die lahme Konjunktur nun mit einem Reformpaket ankurbeln.

Die Versteigerung langjähriger Anleihen spülte mehr als sieben Milliarden Euro in die Kassen, teilte das Finanzministerium am Donnerstag mit. Allerdings wollte Italien bis zu 8,5 Milliarden Euro einnehmen - dieses Ziel wurde nicht ganz erreicht. Die Auktion lag aber noch im Rahmen der angepeilten fünf bis 8,5 Milliarden Euro.

Für die zehnjährige Anleihe mussten die Geldgeber mit einem Zins von 6,98 Prozent belohnt werden. Er lag damit unter dem im November erreichten Rekordhoch von 7,56 Prozent, aber klar über dem Marktzins für deutsche Bundesanleihen von knapp 1,9 Prozent. Bei dreijährigen Anleihen fiel der Zins von 7,89 auf 5,62 Prozent. Der Eurokurs fiel auf ein neues Jahrestief, die Aktienmärkte verharrten auf dem Vortagesniveau.

„Der Druck auf Italien bleibt extrem hoch“, sagte Commerzbank-Analyst David Schnautz. Daran dürfte sich so schnell nichts ändern, befürchtet Analyst Howard Wheeldon von BGC Partners: „Es wird Wochen oder sogar Monate dauern, bis die Sparmaßnahmen Früchte tragen - solange gibt es wenige Gründe, warum die Zinsen fallen sollten“.

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Angst vor dem ersten Quartal

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  • früher hatte Italien bis zu 12 % bezahlt. Wo ist die Katastrophe? Diesen Satz von 6,9 zahlt auch jeder mittlere Industriebetrieb, wenn er nicht ausgesprochen solvent ist.

  • Sollen diese Mittelstandsnachrichten eine seriöse Quelle darstellen?

  • Wieso Katastrophe? mit der lire hat der italienische staat Jahrzehntelang 8% und mehr gezahlt.

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