Anleihe-Rückkauf
Portugal hält Gläubiger bei Laune

Auf Portugals Staatbudget lasten Schulden in Milliardenhöhe, mit einem Millionen-Rückkauf betteln die krisengeplagten Südeuropäer jetzt um Vertrauen. Doch das war erst der Anfang.
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HB FRANKFURT. Die Regierung in Lissabon hat einen kleinen Teil im April und Juni fällige Anleihen vorzeitig zurückgezahlt. Insgesamt zahlte sie Investoren 215 Millionen Euro vorzeitig aus, die Anleihen haben ein Volumen von zusammen rund 9,5 Milliarden Euro. "Der Regierung ging es vor allem darum Investoren zu zeigen, dass sie auch kurzfristig liquide ist", sagt Padhraic Garvey, Zinssstratege bei der niederländischen Großbank ING.

Die Kurse für beide Anleihen lagen leicht über dem Nennwert von 100 Prozent, zu dem die Anleihen im April und Juni getilgt werden. Dafür spart die Regierung aber die bis dahin anfallenden Zinskosten für die Anleihen. Die Kurse lagen minimal über denen, die derzeit am Markt gehandelt werden. Laut Peter Chatwell, Zinsstratege bei der Crédit Agricole, ist es ein gutes Zeichen, dass die Anleger nur relative wenige Anleihen vor der Fälligkeit an Portugal zurückgaben. Dies sei ein Vertrauensbeweis in die kurzfristige Zahlungsfähigkeit Portugals, sagt Chatwell der Nachrichtenagentur Reuters.

Das Vertrauen in die langfristige Zahlungsfähigkeit Portugals stärkte die Aktion indes nicht. "Es gab keine Marktreaktionen", sagt Garvey. Für zehnjährige Anleihen Portugals verlangen Investoren im Handel auch nach der Rückkaufaktion eine Rendite von rund 7,3 Prozent.

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