Anleihekäufe
China gefällt sich als Retter Europas

Nach Investments in Spanien und Griechenland kaufen die Chinesen sich jetzt in Portugal ein - sie hegen jedoch Hintergedanken. In der EU lässt sich damit Stimmung für eigene Wünsche machen. Vor allem was den Yuan Wechselkurs betrifft.
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PEKING. Die chinesische Regierung treibt ihre Strategie voran, Staatsgeld in Papiere europäischer Krisenstaaten zu stecken. Zwei Tage vor der Abreise von Präsident Hu Jintao in Richtung Portugal verdichten sich in Peking Gerüchte, dass China in großem Stil in Staatsanleihen des südeuropäischen Landes einsteigen will. Schon als Spanien sich in Schwierigkeiten befand, hatte China zugegriffen und vorsorglich versprochen, auch Griechenland-Papiere zu kaufen, wenn diese wieder auf dem freien Markt erhältlich sein sollten.

Das Reich der Mitte hat laufend Bedarf an Anlagemöglichkeiten für Milliardensummen, die monatlich im Außenhandel übrig bleiben. "Es ist hinreichend bekannt, dass wir über großzügige Währungsreserven verfügen", hatte Premier Wen Jiabao im Sommer zu Kanzlerin Angela Merkel gesagt. "Der europäische Markt wird auch weiterhin ein Schlüsselmarkt für chinesische Investments sein." China verfügt derzeit über Fremdwährungsvorräte im Wert von rund zwei Billionen Euro. Portugal wird einen Tag vor der Reise des chinesischen Präsidenten ein umfangreiches Paket an Anleihen auf den Markt bringen.

Auf der Tagesordnung von Hu während seines Besuchs in Portugal stehen allerdings auch zahlreiche Investitionsabkommen. Denn trotz des großzügigen EU-Hilfspakets suchen die durch die Finanzkrise schwer gebeutelten Länder wie Portugal, Griechenland und Spanien händeringend nach Investoren. Sie müssen ihre verkrusteten Staatsbetriebe modernisieren, eisern bei den öffentlichen Ausgaben sparen und die heimische Wirtschaft ankurbeln.

Chinas Hilfe zur Stützung ist dabei auch außenpolitisch motiviert: In der EU lässt sich damit Stimmung für eigene Wünsche machen. Dazu gehört die Zuerkennung des Status als Marktwirtschaft, die Aufhebung eines Waffenembargos oder Stillschweigen in der Streitfrage des Yuan-Wechselkurses. Der Wirtschaftswissenschaftler und Zentralbankberater Yu Yonding nannte die Umschichtung von US-Anleihen in Südeuropa-Anleihen allerdings "eine Diversifikation von einer unsicheren Anlageklasse in eine noch unsicherere Anlageklasse". Doch für Peking war die Versuchung, nicht nur Retter der Weltkonjunktur zu werden, sondern mit dem Einsatz von Geld auch in Europa Dankbarkeitspunkte zu sammeln, zu groß.

Zumindest in Griechenland decken die Chinesen sich auch in der Realwirtschaft ein. Premier Wen trieb damit auf seiner Europareise Anfang Oktober handfeste wirtschaftliche Interessen voran. Der staatseigene Logistikkonzern Cosco hat sich bereits 2009 auf 35 Jahre die Konzession zum Betrieb des größten griechischen Containerterminals im Hafen von Piräus gesichert. Die Griechen gehören ohnehin zu den besten Kunden der chinesischen Schiffbauindustrie: Sie lassen dort zurzeit rund 300 Frachter und Tanker bauen. Unter dem Strich soll sich das griechisch-chinesische Handelsvolumen in den nächsten fünf Jahren auf 5,8 Mrd. Euro verdoppeln. fmk, ghö, hps

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  • zu bahia:
    ich dachte, die braunen Zeiten in Deutschland sind vorbei! ist das heutzutage wieder erlaubt, öffentlich das jüdische Volk zu diffamieren?
    Und was die Chinesen betrifft: ein totalitäres, menschenverachtendes Regime als Weltmacht, soll das wirklich die bessere Alternative sein????

  • Also mir sind die -chinesen auch sympatischer als die selbstgefälligen Amis. Die arbeiten wenigstens, während die -Amis nur Schulden machen können und blöd quatschen und Kriege anzetteln.
    Aber die Amis, mit oder durch die judenschläue oder durchtriebenheit, sind dabei einen boom an überflüssigen Geld, was im _Grunde nichts mehr wert ist, aufzubauen und dann zum richtigen Zeitpunkt loszulassen und dann geht es aber los, dann ist alles zu spät. Die Amis versuchen China damit zur Strecke zu bringen, ob sie es schaffen ist abzuwarten, denn die -chinesen stehen den Juden in Listigkeit und Schläue nichts nach.

  • Also ich geb blueworld da auf jeden fall recht, in vielen ländern dieser welt lernen die Kids schon anstatt englisch oder zudem Chinesisch.

    Für uns deutschen ist dieser Aufschwung Chinas und indiens aber sehr gut, da diese länder unsere Produkte mehr als zu schätzen wissen und somit unser export weiter zunimmt, was auch gnaz klar der grund is warum wir dern aufschwung nach der bankenkrise verspüren.
    Mein problem welches ich mit diesen menschen habe ist dass sie sich nicht um die Natur kümmern, überfischung, walfang etc...
    Wenn sie daran arbeiten sind sie als Weltmacht auf jeden fall sympatischer als der ami.

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