Anleihen
Fed-Kommentar zu US-Zinspolitik treibt Rentenmärkte

Mit der Aussicht auf ein Ende der Zinserhöhungen in den USA haben die Kurse europäischer Staatsanleihen am Mittwoch durchweg zugelegt. Auch an den Rentenmärkten in den USA und in Japan stiegen die Kurse.

HB FRANKFURT. Der für die europäischen Bond-Märkte richtungweisende Bund-Future kletterte bis zum Nachmittag um 31 Ticks auf 121,27 Punkte. Zeitweise gewann der Terminkontrakt auf die zehnjährige Bundesanleihe sogar 45 Ticks auf 121,41 Zähler. „Die Kommentare der Fed werden vom Markt dahingehend interpretiert, dass sich die Notenbank dem Ende in ihrem Zinsanhebungszyklus nähert“, sagte ein Händler.

Die US-Notenbank hatte am Dienstagabend wie erwartet zum 13. Mal in Folge den Leitzins um 25 Basispunkte auf 4,25 Prozent erhöht. In ihrer Erklärung hatte die Notenbank erstmals seit langem darauf verzichtet, ihre Geldpolitik als locker zu bezeichnen. „Dies schürt Spekulationen, dass mit dem Wechsel an der Spitze der Notenbank Ende Januar der Zinserhöhungszyklus abgeschlossen ist“, sagte Helaba-Trust-Analyst Ulrich Wortberg.

Nach Einschätzung von DZ-Bank-Analyst Bernd Weidensteiner kann nun nicht mehr davon ausgegangen werden, dass die Fed nach jeder Notenbanksitzung den Leitzins um 25 Basispunkte anheben wird. „Die Fed hat ihre Geldpolitik vom Autopiloten genommen“, sagte er. „Die Leitzinsen in den USA nähern sich ihrem Gipfel.“

Inflationsdaten stützen Rentenkurse

Für Nachfrage nach Staatsanleihen sorgten Händlern zufolge auch die jüngsten Inflationsdaten aus Deutschland und den USA. Die Verbraucherpreise in Deutschland waren im November um 0,5 Prozent zum Vormonat zurückgangen. Damit würden Spekulationen über weitere Zinsschritte der Europäische Zentralbank (EZB) zur Eindämmung der Inflation gedämpft, sagte ein Rentenexperte. Die EZB hatte Anfang Dezember den Leitzins um 25 Basispunkte auf 2,25 Prozent erhöht und dies mit der zunehmenden Teuerung in der Euro-Zone begründet.

In den USA sanken die US-Einfuhrpreise im November zum Vormonat unerwartet deutlich um 1,7 Prozent. „Die Daten dürften das Thema Inflation in den USA zunächst wieder in den Hintergrund treten lassen“, sagte ein Händler.

Die dem Bund-Future zu Grunde liegende zehnjährige Bundesanleihe stieg zur Wochenmitte um 18 Ticks auf 101,08 Punkte und rentierte bei 3,370 Prozent. Der Bobl-Future kletterte um 15 Ticks auf 112,93 Stellen, der Schatz-Future um zwei Ticks auf 105,35 Zähler.

Die von der Bundesbank täglich errechnete Umlaufrendite börsennotierter öffentlicher Anleihen fiel auf 3,25 (Dienstag 3,31) Prozent. Der Rex-Rentenindex gewann 0,28 Prozent auf 120,7717 Stellen.

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