Ausblick negativ
S&P sieht Risiken für die Finanzlage der EU

Kommen Finanzprobleme auf die Europäische Union zu? Die Ratingagentur S&P belässt die Bonitätsnote, senkt aber den Ausblick für die EU. Dafür nennt sie eine ganze Reihe an Gründen.
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BerlinDie Ratingagentur Standard & Poor's hat den Ausblick für die Europäische Union auf negativ gesenkt. Die Bonitätsnote bleibe bei AA+, teilte Standard & Poor's (S&P) am Montag mit.

Damit erhöht sich für die EU die Gefahr einer Herunterstufung innerhalb der nächsten zwei Jahre. Bislang war der Ausblick stabil. Insgesamt seien die Risiken für die Finanzlage der EU gestiegen, hieß es zur Begründung. Dazu gehörten die neuen Hilfen für Griechenland, hieß es in der Mitteilung von S&P.

Risikofaktor Hilfsgelder

Die Ratingagentur warnte davor, dass die Europäische Union "wiederholt Gelder freigibt, um mit hohem Risiko Mitgliedstaaten zu helfen (jüngst Griechenland), ohne dass diese Eigenmittel haben". Ohne es konkret auszusprechen, legte die Ratingagentur damit nahe, dass Griechenland seine Schulden bei der EU nicht zurückzahlen wird.

Zudem droht Großbritannien, dem zweitgrößten Beitragszahler, der Entzug der Spitzenbonitätsnote. S&P senkte erst vor kurzem für Großbritannien ebenfalls den Ausblick auf negativ.

Die Ratingsagentur äußerte sich zudem besorgt über die Möglichkeit, dass Großbritannien als einer der größten EU-Beitragszahler die Staatengemeinschaft verlassen könnte. Die konservative britische Regierung unter Premierminister David Cameron will darüber kommendes Jahr ein Referendum abhalten.

Ein weiterer Faktor ist den Angaben zufolge der milliardenschwere Investitionsplan von Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker. Dafür soll ein neuer europäischer Fonds für strategische Investitionen (EFSI) aufgesetzt werden, der über drei Jahre insgesamt 315 Milliarden Euro mobilisieren soll. S&P geht davon aus, dass die EU im Zusammenhang mit der Finanzierung das Erstrisiko tragen könnte.

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Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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  • S&P sieht die Situation richtig!
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    Die EUdSSR verschenkt Geld an Pleitestaaten.
    ■ Griechenland ist pleite
    ■ Italien ist pleite
    ■ Frankreich ist pleite

    Aber die Eurokraten wollen es nicht wahrhaben.

    Griechenland hat schon zwei "Hilfspakete" von 240 Milliarden Euro bekommen.
    Dazu noch einen "Schuldenschnitt" von 105 Milliarden Euro,
    Geholfen hat es nichts. Der Schuldenstand ist auf Rekordhoch.
    Jetzt hat es auch noch eine "Brückenfinanzierung" von 7,16 Milliarden erhalten um seine Schulden zu bezahlen.

    Zur Zeit wird über ein drittes "Hilfspaket" von 86 Milliarden Euro verhandelt.
    Alle diese Gelder sind für immer verloren.

    Die griechischen Banken sind pleite, sie leben nur noch dank Draghi mit seinen ELA-Krediten.

  • "Der Grexit darf nicht sein, denn er könnte unabsehbare Folgen auslösen." .... Die erste Folge ist, dass das Ausland erkennt, dass Europa mit dem Hinauszögern dieses Grexits seinen Untergang einleitet.

  • Daß diese 'EU' mit ihrer Geldpolitik 'cash for trash', wie im Falle GGriechenland,
    von allen guten Geistern verlassen ist, dürfte nicht nur Standard & Poor aufge-
    fallen sein. So werden diese Warnsignale in Hinsicht eines Schuldenmoratoriums
    und die Einleitung des Konkurs- und Insolvenzverfahrens weiterhin ignoriert
    werden, da, wie es aussieht, die Eurokraten immer beharrender an dem
    EUROsions-System festhalten werden, je aussichtsloser die Lage wird,
    bis diese 'EU' in der gleichen hoffungslosen Lage wie Griechenland enden
    wird!

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