Bankanleihen
Irlands künftige Regierung droht Gläubigern

In Irland steht ein Machtwechsel an – mit Folgen für Anleger. Die neue Regierungspartei will Anleihenbesitzer an den Verlusten der Banken beteiligen, und nun auch die Investoren erstrangiger Bankanleihen.
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LONDON. Wenn es um die Namen ihrer Parteien geht, mögen es die Iren gerne pathetisch. Seit den 30er-Jahren dominieren die „Soldaten des Schicksals“, auf gälisch „Fianna Fail“, die Politik der Insel. Doch damit wird es nach der Parlamentswahl Ende Februar vorbei sein. Nach dem Schuldendesaster und dem Kollaps der Regierung von Premierminister Brian Cowen drohen Fianna Fail heftige Verluste.

Falls nicht noch ein Wunder geschieht, werden die „Soldaten des Schicksals“, von der „Familie der Iren“, der Fine-Gael-Partei, abgelöst, die aller Voraussicht nach gemeinsam mit ihrem traditionellen Koalitionspartner, der Labour-Partei, die Regierung stellen wird. Aber nicht nur der politischen Landschaft drohen dramatische Verwerfungen. Der Wahltag könnte auch die Situation der Gläubiger der maroden irischen Banken drastisch verschlechtern.

Die Drohung scheint mehr zu sein als Wahlkampfrhetorik

Führende Fine-Gael-Politiker haben bereits angekündigt, dass sie nicht nur die Zinslast für das 85 Milliarden Euro große Rettungspaket von EU und Internationalem Währungsfonds neu verhandeln werden, sondern dass sie auch die Investoren erstrangiger Bankanleihen in die Pflicht nehmen wollen. Das schließen die Bedingungen des Hilfsprogramms eigentlich aus.

Bisher mussten lediglich die Investoren nachrangiger Bankanleihen leiden. So konnte die Allied Irish Bank durchsetzen, dass die Investoren von zwei nachrangigen Bonds maximal 20 Prozent des Nennwerts der Anleihen zurückbekommen werden.

In einem Interview mit der Zeitung „Financial Times“ kündigte der voraussichtliche künftige irische Finanzminister Michael Noonan an, dass eine Regierung unter Führung von Fine Gael auch Verhandlungen mit den erstrangigen Bankgläubigern aufnehmen werde. Dabei gehe es um Bonds, die nicht unter die Bankengarantie des Staates fielen. „Das sind rund 15 Milliarden Euro, für irische Verhältnisse ist das viel Geld“, sagte Noonan.

Unterstützung bekommt der Fine-Gael-Finanzexperte vom prominenten Wirtschaftsforscher Nouriel Roubini, der ebenfalls eine Beteiligung der erstrangigen Bankgläubiger an den Verlusten fordert.

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