Bericht
Talfahrt an Aktienmärkten treibt Investoren in Renten

Die Talfahrt an den Aktienmärkten und die fallenden Rohstoffpreise haben am Montag Anleger in die als sicher geltenden Staatsanleihen getrieben.

HB FRANKFURT. Der für die europäischen Rentenmärkte richtungweisende Bund-Future stieg in der Spitze um 51 Ticks auf 116,38 Punkte auf den höchsten Stand seit einem Monat. Die dem Bund-Future zu Grunde liegende zehnjährige Bundesanleihe kletterte in der Spitze um 67 Ticks auf 100,64 Zähler und rentierte mit 3,921 Prozent.

„Der Fokus der Investoren verlagert sich gerade weg von der Inflationsangst hin zu Befürchtungen über einen umfassenden Tumult an den weltweiten Finanzmärkten“, sagte Stratege Christoph Rieger von Dresdner Kleinwort Wasserstein. „Das treibt die Anleihen, und wir würden im aktuellen Aufwärtstrend noch nicht verkaufen.“

Europäische Aktien haben in der vergangenen Woche den größten Wochenverlust seit Juli 2002 verzeichnet. Der Stoxx50 der 50 größten börsennotierten europäischen Unternehmen gab am Montag nochmals knapp ein Prozent nach, ebenso wie der deutsche Leitindex Dax.

Auch an den Rohstoffmärkten haben die Befürchtungen über ein sich verlangsamendes globales Wirtschaftswachstum am Montag die Investoren weiter verkaufen lassen. Ein Barrel (Fass zu 159 Litern) leichtes US-Rohöl verbilligte sich um knapp einen Dollar auf 67,62 Dollar und war damit so günstig wie seit sechs Wochen nicht mehr. Eine Feinunze Gold verbilligte sich angesichts des wieder erstarkenden Dollars um knapp dreizehn Dollar auf 645,25 Dollar.

Etwas dämpfend auf den Rentenmarkt wirkten Aussagen von hochrangigen Vertretern der Europäischen Zentralbank (EZB), die die Erwartung einer weiteren Zinserhöhung im Juni untermauerten. EZB-Chef Jean-Claude Trichet betonte, die Zentralbank bleibe „sehr, sehr wachsam“ hinsichtlich der Inflationsgefahren im Euro-Raum. Damit benutzte er eine frühere Formulierung, die Experten zufolge auf eine erneute Anhebung der Zentralbankzinsen im Juni hindeutet. Auch EZB-Chefvolkswirt Ottmar Issing und der Chef der österreichischen Notenbank Klaus Liebscher betonten die Wachsamkeit der EZB angesichts der anhaltenden Risiken für die Preisstabilität.

Der Bobl-Future notierte 25 Ticks höher bei 110,15 Zählern, der Schatz-Future lag sechseinhalb Ticks höher bei 104,63 Punkten.

Die von der Bundesbank täglich errechnete Umlaufrendite börsennotierter öffentlicher Anleihen fiel auf 3,83 (Vortag: 3,89) Prozent. Der Rex-Rentenindex stieg um 0,37 Prozent auf 117,6752 Stellen.

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