Bill Gross
„Deutsche Anleihen geben den Ton an“

Anleger schauen immer stärker auf die Finger von Mario Draghi. Der Kurs der EZB wird zunehmend bedeutender für den Weltmarkt. Bill Gross hat dazu eine klare Meinung: Deutsche Bundesanleihen werden die Richtung vorgeben.
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New YorkDer einflussreichste Anleihemarkt der Welt könnte in Frankfurt sein. Während die Spekulationen im Hinblick auf eine quantitative Lockerung der Europäischen Zentralbank (EZB) zunehmen und die US-Notenbank Fed ihre eigenen Bonds-Käufe gerade beendet, gewinnt Europa unter Investoren weltweit mehr Bedeutung. Das Schreckgespenst einer Deflation in der Region hat eine größere Nachfrage nach Festverzinslichen entfacht.

Die Anziehungskraft der deutschen Bundesanleihen könnte jeglichen Anstieg der US-Renditen infolge einer möglichen Zinserhöhung durch die Fed abschwächen.

Kein anderer als Bill Gross, Manager des weltweit größten Bonds-Fonds bei Pacific Investment Management Co. (Pimco), hatte erst am 20. August gesagt, dass die Richtung der zehnjährigen deutschen Bundesanleihen den „Ton“ für Investoren vorgibt. Einen Tag später senkte Citigroup ihre Rendite-Prognose für US-Treasuries wegen sich abschwächender Erwartungen zu Wachstum und Inflation in Europa. Zuvor waren die Renditen deutscher Bonds unter ein Prozent gefallen.

„Die Entwicklungen in der Eurozone sorgen überall dafür, dass die langfristigen Zinsen niedriger sind“, erklärt Amitabh Arora, der Chef für Zins-Strategie bei Citigroup, in einem Interview mit Bloomberg News.

Arora geht nun davon aus, dass die Renditen zehnjähriger US-Treasuries das Jahr bei 2,8 Prozent beenden werden. Seine vorherige Erwartung von 2,95 Prozent hatte er gesenkt, nachdem die Volkswirte im Team von Citigroup prognostizierten, dass die EZB ein 1-Billion Euro schweres Asset-Aufkaufprogramm bis Dezember starten wird. Mit dem Schritt wolle die EZB einen weiteren Rückgang bei den Verbraucherpreisen verhindern - während die Volkswirtschaften der Region ins Stottern geraten.

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