Bonds
Die neuen Schmuddelkinder vom Anleihemarkt

Eine neue Regelung kann dafür sorgen, dass der Anleihemarkt endgültig zur Zwei-Klassen-Gesellschaft wird. Papiere mit Umschuldungsklauseln dürften Anleger nach der Griechenland-Krise meiden. Wer davon betroffen ist.
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Die durch den griechischen Schuldenschnitt ausgelösten Veränderungen bei den Konditionen von Staatsanleihen könnten zu einem Zwei-Klassen-Bondmarkt führen. Denn Anleger machen einen Bogen um Papiere, die so genannte Collective Action Clauses - Umschuldungsklauseln – beinhalten. So möchten sie potenzielle Verluste bei künftigen Schuldenschnitten vermeiden wollen.

Im Rahmen der Vereinbarung zur Einrichtung eines permanenten Rettungsfonds für die Europäische Währungsunion müssen die Staaten in ihren auf Euro lautenden Bondemissionen ab Januar zum Teil eine entsprechende CAC-Klausel einbringen. Unter den neuen Vorschriften begebene Bonds könnten weniger Wert sein, sagt Pacific Investment Management (Pimco). Die Vermögensverwaltung betreut den weltgrößten Anleihefonds.

“Die Bonds mit CAC-Klauseln dürften mit einem marginalen Abschlag gegenüber Papieren ohne derartige Klauseln gehandelt werden. Denn es gibt das Szenario, dass diejenigen Papiere, die einen Bewertungsabschlag hinnehmen müssen, die Bonds mit den CAC-Klauseln sind und nicht die anderen”, sagte Lorenzo Pagani, Leiter europäische Staatsanleihen und Zinsen bei Pimco in Frankfurt. Pimco verwaltete Ende September ein Anlagevolumen von 1,9 Billionen Dollar.

CAC-Klauseln ermöglichen einer Mehrheit von Bondinvestoren, eine Umschuldung zu genehmigen. Damit entfällt das Recht von Einzelinvestoren, ein Veto gegen die Umschuldung ihrer eigenen Bestände einzulegen. Griechenland hat die Klauseln in diesem Jahr rückwirkend eingeführt, um privaten Anlegern, die an der Umschuldung nicht teilnehmen wollten, Verluste von 53,5 Prozent aufzubürden.

Seit dem Schuldenschnitt im März sind die Renditen von zehnjährigen griechischen Staatsanleihen um etwa 26 Prozentpunkte gesunken. Am Montag lagen sie bei 17,96 Prozent, verglichen mit einem Rekordhoch 44,21 Prozent am 9. März.

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