Bonität
Fitch straft Italien und Spanien ab

Die Ratingagentur Fitch hat die Kreditwürdigkeit von Italien und Spanien herabgestuft. Begründung: Die Regierungen hätten zu spät auf die Schuldenkrise reagiert. Der Euro gerät unter Druck.
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New York/MadridDie Ratingagentur Fitch hat die Kreditwürdigkeit von Italien und Spanien herabgestuft. Die Bonitätswächter bewerten Italien nun mit „A+“. Der Ausblick wird negativ eingestuft. Fitch begründete die Senkung der Bonität des schuldengeplagten Landes mit der Verschärfung der Krise in der Euro-Zone. Zugleich schrieb Fitch der Regierung ein unzureichendes Verhalten in der Krise zu. Es sei zu spät auf die Ausweitung der Schuldenkrise reagiert worden, hieß es.

Italien ist die drittgrößte Volkswirtschaft der Euro-Zone und sitzt auf einem Schuldenberg von rund 1,9 Billionen Euro. Erst am Dienstag hatte Moody's die Kreditwürdigkeit Italiens auf „A2“ gesenkt. Damit stufen Moody's wie auch S&P die Bonität des Euro-Mitgliedstaates niedriger als Fitch ein.

Fitch senkte die Bonität Spaniens um zwei Stufen auf „AA-“. Auch dort sei das Risiko eines weiterhin schwachen Wirtschaftswachstums und eine hohe Schuldenlast verantwortlich für die Herabsenkung. Damit liegt die Bewertung auf einem Niveau mit Malta und der Slowakei. Der Ausblick ist negativ, was auf weitere mögliche Herabstufungen in der Zukunft hindeutet. Fitch rechnet damit, dass das spanische Wirtschaftswachstum bis 2015 weiter unter zwei Prozent liegt. Die Arbeitslosigkeit, die derzeit rund 20 Prozent beträgt, werde hoch bleiben. Trotz der gestiegenen Risiken stuft Fitch die spanischen Staatsanleihen weiter als sicher ein. Spanien leidet immer noch unter dem Zusammenbruch seiner Immobilienwirtschaft in Folge der Finanzkrise.

Analysten zeigten sich vor allem von der Herabstufung Spaniens verblüfft. „Die drei Ratingagenturen bringen ihre Bewertungen in Übereinstimmung und die Beweggründe sind ähnlich. Die wirkliche Überraschung heute ist Spanien, nicht Italien“, sagte Fabrizio Fiorini von Aletti. David Song von DailyFX erklärte: „Dies rückt die Staatsschuldenkrise wieder in den Fokus und die Herabstufung Spaniens Seite an Seite mit Italien erhöht die Risiken für eine Ansteckung.“ Der Euro könne in den kommenden Tagen unter die Marke von 1,30 Dollar fallen.

In einer dritten Entscheidung beließ Fitch den Ausblick für Portugal auf negativ. Weitere Schritte für die Kreditwürdigkeit Portugals will die Agentur im vierten Quartal 2011 mitteilten. Portugal, das bereits unter den Euro-Rettungsschirm EFSF geschlüpft ist, verfügt mit der Note „BBB-“ über eine wesentlich schlechtere Bonität als Italien und Spanien. Die Note liegt nur einen Schritt über dem sogenannten „Ramsch-Niveau“, mit dem Ratingagenturen besonders riskante Anlagen kennzeichnen.

Alle drei Entscheidungen teilte die Agentur am Freitagabend in einem Abstand von nur wenigen Minuten mit. An den Finanzmärkten kam der Euro spürbar unter Druck. In kurzer Zeit gab er mehr als einen Cent nach und stand zuletzt bei 1,3380 US-Dollar. Sichere Anlagen wie deutsche Staatsanleihen erhielten hingegen Zulauf.

Am Freitagmorgen hatte die Ratingagentur Moody's die Sorgen um Europas Banken bereits angeheizt. Die Analysten senkten den Daumen über die beiden Großbanken Royal Bank of Scotland (RBS) und Lloyds sowie etliche kleinere Institute.

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  • Ratingagenturen haben keinen Zugang zu Information, die ihnen nicht zugaenglich gemacht wird. Somit erfahren sie oft erst von einer Verschlechterung, wenn das Kind schon in den Brunnen gefallen ist. Vielleicht ist auch der Abstand zwischen AAA und Pleite zu kurz gewaehlt.

    Auch frage ich mich wie sie reagieren wuerden, wenn sie zumindest fuer falsche AAA-Ratings haftbar gemacht werden koennten. Also beispielsweise wenn eine AAA-Bewertung binnen eines Jahres pleite geht. Nun kann man sagen, dies kann immer geschehen. Sehe ich auch so. Aber was macht AAA dann fuer einen Sinn?

  • Wie arbeiten Ratingagenturen?

    Hier ein Artikel aus der SZ über S&P
    http://www.sueddeutsche.de/geld/wie-ratingagenturen-arbeiten-daumen-runter-panik-hoch-1.1125597

  • Die Agenturen werden viel zu ernst genommen. Wer etwas zu verbergen hat wird es wohl kaum denen auf die Nase binden. Und wenn die Agentur Probleme schon kennt, dann sind sie ohnehin schon fuer viele offensichtlich. Also ich denke, wir sollten deren Rating nicht so ernst nehmen. Da liegt das Problem, dass wir die ernst nehmen.

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