Bund-Future knapp über Sechsmonatstief
Anleihemarkt muss Inflationsängste verarbeiten

Anleger warten auf eine Flut neuer Konjunkturdaten aus dem Euro-Raum und den USA.

FRANKFURT/M. An den internationalen Anleihemärkten stehen in dieser Woche neue Daten zum Wachstum in Europa und der Inflation in den USA im Mittelpunkt. Entscheidend wird sein, ob die Zahlen unter dem Strich die Inflationsängste der Anleger lindern oder verstärken werden.

Morgen werden zuerst die Daten für das Wirtschaftswachstum in Deutschland und im Euro-Raum für das dritte Quartal veröffentlicht. Gegenüber dem Vorquartal wird ein Zuwachs beim Bruttoinlandsprodukt von je 0,5 Prozent erwartet. Die Analysten bei HSBC Trinkaus & Burkhardt glauben, dass damit von konjunktureller Seite der Weg frei sei für eine Erhöhung der Leitzinsen durch die Europäische Zentralbank zum Jahreswechsel. Ende des ersten Quartals 2006 sehen sie die Leitzinsen einen halben Prozentpunkt höher bei 2,50 Prozent. Steigende Zinsen belasten die Rentenmärkte in der Regel, die dann sinkenden Kurse lassen die Renditen steigen.

In den USA stehen in den nächsten Tagen neue Zahlen zur Entwicklung der Produzenten- und Verbraucherpreise an. Die Volkswirte erwarten unveränderte Jahreszuwachsraten von 2,6 bzw. 2,0 Prozent, womit für die US-Notenbank weitere Zinserhöhungen unverändert auf der Tagesordnung blieben. Allerdings könnte der Zinszyklus in den USA früher seinen Höhepunkt erreichen, wobei einige Beobachter hier das Ende der Amtszeit von Fed-Chef Alan Greenspan Ende Januar nennen.

Nach Meinung der Analysten der Landesbank Rheinland-Pfalz (LRP) werden die Anleiheinvestoren schon seit September mit ungünstigen US-Vorgaben, aber auch mit einem eingetrübten Nachrichtenumfeld in der Euro-Zone konfrontiert. Infolge der geänderten Risikowahrnehmung für die Inflationsgefahren seien die Renditen zehnjähriger Bundesanleihen spürbar gestiegen. Eine gewisse – die Grundstimmung belastende – Anspannung werde wohl anhalten, weil die steigende Konjunkturzuversicht bleiben dürfte. Angesichts des unsicheren Umfelds plädiert die LRP für Anlagen mit kürzeren Laufzeiten.

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