Chaos auf Bondmarkt
Nur noch raus aus Griechen-Anleihen

Investoren rechnen fest mit einer Pleite Griechenlands. Der Markt bricht zusammen. Nur noch Zocker handeln die Papiere. Auch für Anleihen anderer Schuldenstaaten kommt der Handel zeitweise zum Erliegen.
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Frankfurt/DüsseldorfDer Anleihemarkt spielt verrückt. Bei griechischen Bonds ist der Markt fast vollkommen zusammengebrochen. Die Kurse befinden sich im freien Fall, die Renditen erreichen absurde Höhen. Auch bei Anleihen anderer Schuldenstaaten funktioniert der Handel längst nicht mehr reibungslos.

Während die Politik noch an eine Rettung glaubt, haben die meisten Investoren Griechenland offenbar schon abgeschrieben. „Es geht nur noch darum, den Restwert zu handeln. Die Frage ist nur, wie groß der Abschlag am Ende sein wird“, sagt David Schnautz, Zinsexperte der Commerzbank.

Nur noch wenige Anleger trauen sich an die hellenischen Bonds ran. „Bei sehr kurzen Laufzeiten wird noch ein wenig spekuliert. Als Käufer treten vermutlich nur noch hochspekulative Anleger wie zum Beispiel Hedgefonds auf“, erklärt Schnautz.

Die heißeste Wette lautet: Schaffen es die Griechen noch bis zum März? Wer darauf setzt, kauft Griechen-Anleihen mit Fälligkeit am 20. März 2012. Das Papier notiert aktuell mit einem Abschlag von fast 50 Prozent auf den Nennwert. Die Rendite liegt bei unglaublichen 175 Prozent, auch Renditen über 200 Prozent sind in den vergangenen Tagen schon vorgekommen. Sollte die Anleihe zum vollen Wert ausbezahlt werden, hätten die Zocker ein gutes Geschäft gemacht.

Allerdings gehen am Markt nicht mehr viele davon aus, dass die Wette gut geht. Wer die Papiere verkaufen will, kommt kaum noch raus. Gehandelt wird meist nur auf Orderbasis und in kleinen Stückzahlen - der Verkäufer muss darauf warten, dass er zufällig einen Abnehmer findet.

Bei Bonds längerer Laufzeit sind die Abschläge noch größer. Der Kurs für zweijährige Griechen-Anleihen fiel auf 41,26 Prozent, der für zehnjährige bei 40,33 Prozent. Hier ist ein beträchtlicher Schuldenschnitt schon eingepreist.

Es ist „unvermeidbar, dass Griechenland sowohl zahlungsunfähig sein als auch aus der Eurozone austreten wird“, sagte Gerard Lyons, Chefvolkswirt von Standard Chartered, in einem Interview mit dem britischen TV-Sender Sky News. Die Wirtschaft des Landes könne „nicht mit der Rezession fertig werden, die als Folge der notwendigen Maßnahmen“ eingesetzt habe. Dies würde "nicht notwendigerweise" in den nächsten ein bis zwei Monaten eintreten, „aber es ist meiner Meinung nach recht wahrscheinlich, dass es zu gegebener Zeit passiert".

Kommentare zu " Chaos auf Bondmarkt : Nur noch raus aus Griechen-Anleihen"

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  • Es ist traurig, daß zur Lösung großer Probleme immer so viele Dummheiten gemacht werden !!!!

  • Dass Griechenland de facto pleite ist, war schon bei der 1. Rettungsaktion klar, aber man wollte den europäischen Banken Zeit kaufen, sprich, die Misere einer Staatspleite minimieren. Ich wette, daß man mit der Staatspleite offi-ziell warten wird, bis Trichet den Stab an Draghi über-geben hat und bis auch das letzte Euroland den erweiterten Rettungsschirm verabschiedet hat. Natürlich wird die Stützung des Finanzsektors etwas kosten, aber das ist eine einmalige Aktion und kein Dauerzustand und m.E. billiger als es eine permanente Stützung Griechenlands gewesen wäre. Übrigens kommt "Bürger" von "bürgen"....

  • Zitat:
    Nur noch wenige Anleger trauen sich an die hellenischen Bonds ran. „Bei sehr kurzen Laufzeiten wird noch ein wenig spekuliert. Als Käufer treten vermutlich nur noch hochspekulative Anleger wie zum Beispiel Hedgefonds auf“, erklärt Schnautz.
    Zitat Ende:

    Das stimmt nicht ganz!
    Die EBB (ex. EZB) kauft alle Schrottpapiere auf!
    Und der "erweiterte EFSF" wurde extra dafür "erfunden".
    Also alles Null Problemo!

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