Emerging Markets
Diese Länder bringen noch Rendite

Mexiko versus Brasilien, Dollar versus Lokalwährung, Anleihen versus Aktien: Anleger, die von Schwellenländern profitieren wollen, müssen genauer hinsehen als früher. Doch die guten Renditen gibt es noch.
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DüsseldorfEs scheint ein Absturz mit weicher Landung zu sein: Stolze 28 Milliarden Dollar (rund 20,9 Milliarden Euro) hatten Investoren laut dem Datendienst EPFR im zweiten und dritten Quartal des Jahres aus Fonds für Schwellenländeranleihen abgezogen. Seit Oktober kamen nun wieder drei Milliarden Dollar (rund 2,24 Milliarden Euro) hinzu. Doch geht die Erholung auf den Bond-Märken weiter? Anlageexperten gehen davon aus, dass der Boom nicht überall zurückkehrt. Denn mehr als früher bestimmen neben der US-Notenbankpolitik andere Faktoren den Erfolg und Misserfolg von Schwellenländertiteln.

Eine Parallele zieht Mike Riddell, Fondsmanager beim Anleihespezialisten M&G Bond Vigilante: „Immer dann, wenn die US-Notenbank Federal Reserve die Leitzinsen niedrig hielt, haben sich Investoren den Schwellenländermärkten zugewandt.“ Und grundsätzlich stimmt es auch noch: „Die Politik des billigen Geldes und die damit einhergehenden negativen Realzinsen in den Industriestaaten drängen das Kapital in Länder mit einem höheren Zinsniveau.“ Allerdings müssen sich Investoren bewusst darüber sein: So hohe Renditen wie vor einigen Jahren wird es wohl nicht mehr geben.

Denn genau dieselbe lockere Geldpolitik der US-Notenbank Federal Reserve (Fed), die Anleger in die Schwellenländer trieb, hat über die höhere Nachfrage dazu geführt, dass die Renditen Dollar-notierter Schwellenlandanleihen zwischen Dezember 2008 und 2012 um 400 Basispunkte gefallen sind. Bis heute hat der Trend angehalten: „Der Risikoaufschlag von Dollar-notierten Schwellenländeranleihen ist mit rund 320 Basispunkten momentan ziemlich eng“, sagt Riddell. Selbst auf lokale Währungen lautende Papiere böten gegenüber US-Staatsanleihen derzeit „unspektakuläre Zusatzrenditen“. Und die derzeit rund 330 Basispunkte Risikoaufschlag könnten durch eine Abwertung der Währung noch mehr zusammenschrumpfen.

Essenziell sei daher, für künftige Investments diejenigen Schwellenländer zu identifizieren, die Aufwärtspotenzial besitzen, sagt Pierre Yves Bareau, Leiter des globalen Teams für Schwellenländeranleihen bei JP Morgan Asset Management. Dabei hat er solche Länder im Kopf, deren Währungen durch die Mittelabflüsse seit dem zweiten Quartal des Jahres dem Dollar gegenüber abgewertet haben; neben der Türkei (-13,2 Prozent), Brasilien (-15,36 Prozent) und Südafrika (-12,68 Prozent) waren das zuletzt auch Mexiko (-6,9 Prozent) und Indonesien (-18,72 Prozent).

Durch die Abwertung könnten notwendige Prozesse angestoßen werden, die Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern, so Bareau. Auch die anziehende Konjunktur in den entwickelten Märkten könnte den Schwellenländern helfen: „Das kräftigere und breiter angelegte Wachstum in den Industrienationen dürfte in den kommenden Quartalen zu einer zyklischen Wiederankopplung an das Wachstum in den Schwellenländen führen.“

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  • Gegen den Fall der Profitrate wirkende Faktoren

    „Wenn man die enorme Entwicklung der Produktivkräfte der gesellschaftlichen Arbeit selbst nur in den letzten 30 Jahren, verglichen mit allen früheren Perioden, betrachtet, wenn man namentlich die enorme Masse von fixem Kapital betrachtet, das außer der eigentlichen Maschinerie in die Gesamtheit des gesellschaftlichen Produktionsprozesses eingeht, so tritt an die Stelle der Schwierigkeit, welche bis­her die Ökonomen beschäftigt hat, nämlich den Fall der Profitrate zu erklären, die umgekehrte, nämlich zu erklären, warum dieser Fall nicht größer oder rascher ist. Es müssen gegenwirkende Einflüsse im Spiel sein, welche die Wirkung des all­gemeinen Gesetzes durchkreuzen und aufheben und ihm nur den Charakter einer Tendenz geben, weshalb wir auch den Fall der allgemeinen Profitrate als einen tendenziellen Fall bezeichnet haben.

    Die allgemeinsten dieser Ursachen sind folgende: ...“ K. Marx, Kapital III, MEW 25, 242.

    1) Erhöhung des Ausbeutungsgrades der Arbeit;

    2) Herunterdrücken des Arbeitslohns unter seinen Wert;

    3) Verbilligung der Elemente des konstanten Kapitals;

    4) Die relative Arbeiter-Überbevölkerung ( = Massenarbeitslosigkeit);

    5) Der auswärtige Handel;

    6) Die Zunahme des Aktienkapitals.

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