EZB-Anleihekäufe
Immer mehr Firmenanleihen rentieren unter Null Prozent

Die Käufe von Firmenanleihen durch die EZB zeigen Wirkung. Bei rund 16 Prozent der Papiere müssen Anleger nun dafür zahlen, um Firmen Geld zu leihen. Das ist mehr als drei Mal so viel zu Mai-Beginn.

FrankfurtDie Ausweitung der EZB-Anleihekäufe auf Schuldscheine europäischer Großkonzerne drückt deren Renditen immer tiefer. Inzwischen müssten Anleger bei 16 Prozent der Papiere dafür zahlen, den Firmen Geld leihen zu dürfen, teilte Tradeweb, der Betreiber einer Handelsplattform für Anleihen, am Mittwoch mit. Anfang Mai habe die Quote noch bei fünf Prozent gelegen.

Das Gesamtvolumen europäischer Unternehmensanleihen mit dem Gütesiegel Investment Grade, die grundsätzlich von der Europäischen Zentralbank (EZB) aufgekauft werden können, liegt aktuell bei 2,8 Billionen Euro. Das entspricht in etwa der jährlichen Wirtschaftsleistung Frankreichs. Die EZB startete den Ankauf von Firmenbonds in der vergangenen Woche und sammelte an einem einzigen Tag Titel im Volumen von 348 Millionen Euro ein - weit mehr als erwartet.

Daneben kaufen die Währungshüter Staatsanleihen im Volumen von inzwischen 80 Milliarden Euro monatlich. Dies drückte - zusammen mit der Risikoscheu der Anleger vor dem nahenden Brexit-Referendum - die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe am Dienstag erstmals unter die Marke von null Prozent. Bei kürzeren Laufzeiten gehören Negativzinsen bereits zum Alltag.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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