Finanzminister setzt auf Einführung der Gemeinschaftswährung im Jahr 2010
Ungarn plant Milliarden-Anleihe in Euro

Das neue EU-Mitglied Ungarn wird nächste Woche den Anleihemarkt anzapfen. Geplant ist ein Bond über eine Mrd. Euro, der in sieben Jahren fällig werden soll. Bislang hat Ungarn sechs Anleihen in der europäischen Gemeinschaftswährung über insgesamt 6,75 Mrd. Euro ausstehen.

cü HB FRANKFURT/M. Die Rendite der neuen Anleihe, die von Dresdner Kleinwort Wasserstein und JP Morgan vermarktet wird, werde sich nach den ausstehenden Papieren richten, sagte Laszlo Buzas von der ungarischen Schuldenagentur, die für den Kapitalmarktauftritt des Landes zuständig ist. Aktuell rentiert eine im Juni 2011 fällige Anleihe mit 3,73 Prozent. Damit bietet sie nur 0,23 Prozentpunkte mehr als eine vergleichbare Bundesanleihe. Die Rendite ist niedrig, dafür gelten ungarische Bonds aber als recht sicher. Die Ratingagenturen Standard & Poor’s (S&P), Fitch und Moody’s bewerten die Kreditwürdigkeit des Landes mit „A-“ bzw. „A1“. Das entspricht guter Bonität. Griechenland wird von S&P mit demselben Rating wie Ungarn bewertet.

Bisher lauten gut ein Viertel aller ungarischen Anleihen auf fremde Währungen, wobei Euro-Anleihen den größten Anteil haben. Den Euro will das Land im Jahr 2010 einführen. „Ich bin sicher, dass wir bis dahin die entsprechenden Kriterien erfüllen werden“, sagte Finanzminister Tibor Draskovics gestern in Frankfurt. Der Weg bis dahin sei zwar nicht leicht, aber eingeschlagen.

Eines der Hauptprobleme Ungarns sei das hohe Budgedefizit, räumte Draskovics ein. Die Regierung will die Neuverschuldung, die derzeit über fünf Prozent des Bruttoinlandsprodukts beträgt, im nächsten Jahr um 0,6 Prozent senken. Dadurch werde sich auch die Gesamtverschuldung verringern. Das Ziel für die Inflationsrate, derzeit 6,6 Prozent, liege im nächsten Jahr bei etwa vier Prozent.

Draskovics begrüßte die gestrige Leitzinssenkung der ungarischen Notenbank um 0,50 Prozentpunkte auf 10,5 Prozent. Damit hat Ungarn in der EU immer noch die höchsten Leitzinsen. Die langfristigen Zinsen – die Rendite zehnjähriger Forint-Anleihen – sind mit 8,31 Prozent ebenfalls sehr hoch. Die Anleihen reagierten auf den Zinsschritt kaum. Der Forint stieg auf 247,23 Euro. In diesem Jahr hat der Forint gegenüber dem Euro sechs Prozent zugelegt.

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