Fußball-Anleihe
Die Details zur Schalke-Anleihe

Der hochverschuldete Traditionsverein Schalke 04 will mit einer Anleihe 50 Millionen Euro einsammeln. Erstmals wagt sich ein Fußballclub damit an die Börse. Anleger gehen bei solchen Investments aber hohe Risiken ein.
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FrankfurtBlau-weiße Fußbälle stehen zwischen den Namensschildchen auf dem Podium. An der Wand dahinter ist ein Foto, drei mal vier Meter, aus dem Stadion, auf dem man mehr Fan-Schals als Gesichter sieht. Und am Eingang zum Raum werden Tüten mit dem „Bade Erwin“, dem Vereinsmaskottchen in der Quietscheenten-Version, verteilt. Keine Frage, der FC Schalke 04 setzte bei seiner gestrigen Pressekonferenz nicht nur auf Rationalität, sondern auch auf Emotionen. Und jeder echte Fan würde in diesem Ambiente sicher schnell die hier beworbene Anleihe zeichnen.

Doch Schalke will diesmal auch Anleger ansprechen, die den Klub als das betrachten, was er ist, ein Unternehmen. Seit Montag stellt sich der Verein auf sogenannten Roadshows Investoren vor. Ab 30. Mai kann der Bond dann auch von Privatanlegern per direkter Kauforder über die Hausbank gezeichnet werden. Anschließend wird die Anleihe an der Börse Frankfurt im Entry Standard für Mittelstandsanleihen handelbar sein.

Das ist ein Novum bei deutschen Fußballanleihen. Viele Klubs - auch Schalke selbst - haben schon Schuldverschreibungen begeben. Diese Fan-Anleihen waren jedoch nicht börsennotiert, also nicht handelbar. Zuletzt kamen die Besitzer des Hansa-Rostock-Bonds ins Schwitzen, weil der Verein kurz vor der Insolvenz stand. „Die vorzeitige Veräußerbarkeit der neuen Schalke-Anleihe ist hilfreich, mehr Investoren anzusprechen“, sagt Jörn Quitzau, Sportökonom aus Hamburg.

Schalke ist vor allem wegen des Stadionbaus hochverschuldet. Die Eigenkapitalquote liegt bei minus 26 Prozent. In den nächsten Jahren soll dieser Wert ins Positive gedreht werden, sagt Finanzvorstand Peter Peters. Sich am Markt Eigenkapital zu besorgen, kommt für ihn allerdings nicht infrage. Der Verein soll weiterhin den Mitgliedern gehören. Vor dem Hintergrund der Entwicklung der Aktie von Borussia Dortmund, die heute über 80 Prozent unter ihrem Ausgabewert herumdümpelt, dürfte das Interesse an einem Fußball-Börsengang zudem äußerst gering sein, schätzen Experten.

Kommentare zu " Fußball-Anleihe: Die Details zur Schalke-Anleihe"

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  • Ihnen ist aber schon klar, dass es einen Unterschied zwischen Verschuldung (Fremdkapital) und Eigenkapital gibt. Ein Unternehmen dessen geamtes Vermögen (Aktiva) nicht die Schulden deckt hat ein negatives Eigenkapital.

  • Also wenn Schulden jetzt negatives Eigenkapital genannt werden, dann hat Griechenland sehr viel negatives Eigenkapital. Der Ausdruck ist fast so schön wie "negatives Wachstum", diesen Schwachsinn können sich nur VWL/BWL ausdenken.

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