German Pellets
Auch in Belgien ist der Ofen aus

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Auch in den USA fast nichts mehr zu holen

Leibold hatte nicht nur in Deutschland Pelletswerke und ein riesiges Vertriebsnetz hochgezogen. Auch in den USA hatte er das ganz große Rad gedreht. Er investierte in riesige Holzpelletswerke in Louisiana und Texas. Dafür verwendete er über den Umweg einer Stiftung auch einen großen Teil der deutschen Anlegergelder.

In den USA ist für deutsche Anleger aller Voraussicht nach ebenfalls fast nichts mehr zu holen. Die Werksstandorte in Louisiana und in Texas laufen beide schon länger unter einem Schutzschirmverfahren nach Chapter 11. Der britische Energie-Konzern Drax hat bereits die Werke in Louisiana für rund 35 Millionen Euro gekauft. Er will auch bei der Versteigerung der Texas-Werke mitbieten.

Dort ist zu allem Unglück auch noch das dazu gehörende Hafenterminal in Port Arthur nahe am Golf von Mexiko gleich zweimal in Brand geraten. Einmal im Februar und nun noch einmal vor wenigen Tagen, meldete der Branchendienst Euwid. Die Versteigerung der Texas-Werke hat sich verzögert und dürfte ebenfalls nur einen zweistelligen Millionenbetrag einbringen. Leibold hatte dort aber über seine US-Tochterfirmen mehr als 500 Millionen Dollar von US-Investoren eingesammelt. Diese werden alle vorrangig vor den deutschen Gläubigern bedient.

Immerhin: Gemanagt werden die US-Werke von einem Team der Insolvenzverwalterin Bettina Schmudde. Dafür wird das Team auch von den Amerikanern bezahlt. Aus den Gehältern ihres Management-Teams hat Schmudde bislang rund eine Million Euro der Masse von German Pellets zugeführt. Besser als nichts. Doch im Vergleich zu den 1,7 Milliarden Euro Schulden, die Leibold hinterließ, ist es ein Minibetrag.

Werden die German-Pellets-Anleihegläubiger nun gar nichts mehr von ihrem Geld sehen? Insolvenzverwalterin Schmudde hat zwar fast alle Werke veräußert, aber sie macht ihr Büro am Hauptsitz Wismar noch nicht dicht. Vor allem eine mögliche Geldquelle bleibt ihr noch: das Anfechtungsrecht. Von Gläubigern, die bis kurz vor der Insolvenz ihres Kunden noch ihr Geld eingetrieben haben, kann die Verwalterin die zwangsweise eingezogenen Summen zurückverlangen. Denn einzelne Gläubiger dürfen sich nicht kurz vor einer Insolvenz noch auf Kosten anderer Gläubiger einen Vorteil verschaffen. Dies widerspräche dem deutschen Insolvenzrecht.

Mehrfach ließen Gläubiger vor der Pleite sogar Leibold verhaften, um an ihr Geld zu kommen. Das geht aus Insolvenzunterlagen hervor, die dem Handelsblatt vorliegen. Von Personen, die mit den Vorgängen vertraut sind, ist zu erfahren: da könnte noch eine ansehnliche höhere Millionen-Summe zurückzuholen sein.

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Kommentare zu " German Pellets: Auch in Belgien ist der Ofen aus"

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  • Irgendwas stimmt da doch nicht, die Sonne, der Wind und der Wald schickt keine Rechnung, aber diese Energiewende-Unternehmen gehen eins ums ander mal pleite. Was läuft da schief? Hat man vielleicht zu spät von Holzpellets auf Kohepellets umgestellt? Kohle ist schliesslich auch nichts anderes als historische Sonnenenergie.

  • Na gut, dass Belgien noch seine Kernkraftwerke hat und hier in die Zukunft investiert.

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