Griechenland-Anleihen
Lohnt es, Athen zu verklagen?

Das Schulden-Chaos in Griechenland trifft nicht nur Profi-Investoren, sondern auch Kleinanleger. Anlegerschützer haben nun ein Informationsnetzwerk gegründet. Sie geben Rat, was Kleinanleger tun können.
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FrankfurtGriechenland steht immer noch am Rande der Staatspleite. Die Gerüchte vom Wochenende, der Internationale Währungsfonds könnte seine Hilfskredite für die Hellenen einstellen, machte diese Gefahr wieder überdeutlich. Viele Anleger, die noch auf griechischen Staatsanleihen sitzen, sind frustriert: Der Schuldenschnitt im März, zu dem sie gezwungen wurden, hat noch nicht einmal etwas gebracht. Gestern mussten sie zusehen, wie ihre Bonds erneut unter Druck gerieten. Eine Anleihe mit elf Jahren Restlaufzeit beispielsweise wurde gestern mit gut 17 Prozent ihres Nennwerts gehandelt.

Zu dem Frust über die Zwangsenteignung kommen Zweifel, ob ein juristisches Vorgehen erfolgreich ist. Niemand möchte den Verlusten mit den griechischen Anleihen noch weiteres Geld für sinnlose Klagen hinterherwerfen. Doch Anlegerschützer wollen sich nicht geschlagen geben und zeigen inzwischen verschiedene Wege auf, Recht einzuklagen - zum Teil mit überschaubarem finanziellem Aufwand.

Wer bei der Schutzvereinigung der deutschen Kapitalanleger (SdK) einen Jahresbeitrag von 65 Euro zahlt, kann sich auf den "Griechenland-Newsletter" setzen lassen und wird so per E-Mail über den aktuellen Fortgang der SdK-Bemühungen informiert. In der jüngsten Ausgabe ist zu lesen, dass die SdK und einzelne Mitglieder vor dem obersten Verwaltungsgerichtshof in Griechenland Klage eingereicht haben gegen die Regierungsbeschlüsse der Privatsektorbeteiligung inklusive der Anwendung der Zwangsumschuldungsklauseln. Ein erster Verhandlungstermin wird für Dezember erwartet.

Darüber hinaus will man sich an das internationale Schiedsgericht (ICSID) wenden. Das kostet voraussichtlich 280 000 bis 350 000 Euro plus 12 000 bis 18 000 Euro pro Verhandlungstag. Aktuell macht die SdK eine Umfrage, wie viele Anleger sich an diesen Kosten beteiligen würden.

Daneben empfiehlt die SdK die Kanzlei CLLB für Individualklagen in Deutschland, je am Sitz der Depotbank. Der Anwalt Franz Braun hat am Oberlandesgericht Frankfurt/Main Klage eingereicht. Weitere Klagen an anderen Gerichtsstandorten seien in Vorbereitung.

Die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz hat die "Arbeitsgemeinschaft Griechenland-Anleihen" (AGA) gegründet. Wer ihr beitreten will, zahlt je nach Anlagesumme einmalig 100 bis 400 Euro. Damit erhalten die Anleger Zugang zu exklusiven Informationen und wo es möglich ist, sollen Muster- oder Gruppenklagen eingereicht werden, um Kosten zu sparen.

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  • +++ Kommentar von der Redaktion gelöscht +++

  • Wo nix is, is einfach nixe. Die Frage wirkt wie eine solche (meist) vieler Unterhaltsgieriger, einstiger Ehefrauen, die ihren wirtschaftlich wenig liquiden, einstigen Mann über seine wirtschaftliche Strapazierfähigkeit ausnehmen, am liebsten dessen Kreditkarte behalten und einsetzen wollen. Lebenslang. Letzteres gehört der politischen Kaste längst...nicht einmal im armen, wirtschaftlich zermürbten Grexia finden sich einschüchternde Demonstrationsmassen zusammen. Gottseidank kopierten die nicht den Montag der DDR-Volkskammer...;-))) wie bei S21. Scheint ein deutsches Phänomen zu sein. Europäisch ja global hingegen ist die Trägheit des Menschen. Spannend: bis wann?? - Wo nix is, is einfach nixe.

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