Hochverzinsliche Unternehmensanleihen gelten auch nach der Rally noch als gute Ertragsbringer im Rentendepot
Experten halten an Junk-Bonds fest

Hochverzinsliche Unternehmensanleihen – auch Junk-Bonds oder Schrottanleihen genannt – sind nach Expertenansicht noch längst nicht ausgereizt. Daran dürften weder die neuen Terrorängste etwas ändern noch die Tatsache, dass festverzinsliche Wertpapiere von Unternehmen mit schwacher Bonität im vergangenen Jahr schon außerordentlich gut gelaufen sind. Die Nervosität der Märkte spiegelt sich zwar in den Junk-Bonds wider, doch Investoren nutzten in den vergangenen Tagen niedrigere Kurse der Bonds zum Kauf.

FRANKFURT/M. Im vergangenen Jahr brachten hochverzinsliche Firmenpapiere Gesamterträge von im Schnitt etwa 29 Prozent. Bei dieser Betrachtung werden Zinsen und Kursgewinne zusammengerechnet. Aktuell bieten Junk-Bonds in den USA im Schnitt noch 4,30 und in der Euro-Zone rund 3,60 Prozentpunkte mehr Rendite als Staatsanleihen.

Diese Risikoprämie sei unattraktiv, urteilte jüngst Investmentguru Warren Buffett. Dennoch hat er kaum Junk-Bonds aus dem Portfolio seiner Holding-Gesellschaft Berkshire Hathaway verkauft. „Im Vergleich zu Staats- oder Unternehmensanleihen mit einem Rating innerhalb der Investitionsklasse sind die hochverzinslichen Unternehmensanleihen weiter attraktiv. Man kann es sich kaum leisten, nicht darin investiert zu sein“, sagt Andrew Jessop, Leitender Portfolio-Manager bei Goldman Sachs Asset Management in New York. Auch Paul Simpkin, Managing Director im Syndikat für hochverzinsliche Unternehmensanleihen der Citigroup in London, meint, dass Junk-Bonds im Vergleich zu anderen Anlageklassen noch attraktiv seien. Deshalb sei die Rally der Papiere noch nicht vorbei.

Jessop von Goldman Sachs rechnet damit, dass die Kurse der Junk-Bonds im nächsten Jahr mehr oder weniger stagnieren werden. Wenn es zu keinem starken Anstieg der US-Zinssätze komme, sollten sich allein durch die hohen Zinsscheine aber Gesamterträge von sechs bis acht Prozent erwirtschaften lassen.

Noch optimistischer ist Lorraine Spurge, Managing Director bei der auf hochverzinsliche Unternehmensanleihen spezialisierten Fondsgesellschaft Post Advisory Group aus Los Angeles. Spurge geht davon aus, dass sich mit Junk-Bonds in den nächsten Jahren noch Gesamterträge von zehn bis 15 Prozent erzielen lassen. In den zwölf Jahren seit Gründung hat Post Advisory mit seinen Fonds immer positive Gesamterträge erwirtschaftet. Post Advisory bietet jetzt den ersten Fonds in Deutschland an. Für Privatanleger beträgt die Mindesteinlagesumme des über Principal Global Investors vertriebenen Fonds 10 000 Euro.

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