Immer mehr Unternehmen nehmen Geld über Anleihen auf – Die Kreditwürdigkeit ist oft schlecht
Mittelstand lockt mit hohen Renditen

Bekannte Namen und eine hohe Rendite – das ist eine Kombination, die viele Anleger zu Anleihen mittelständischer Unternehmen greifen lässt. Und die Auswahl nimmt zu. Immer mehr Firmen zapfen den Anleihemarkt an. Die Kehrseite der hohen Renditen sind aber die meist schlechten Bonitätsnoten, die der Mittelstand von den Ratingagenturen bekommt.

FRANKFURT/M. Die Firmen nehmen verstärkt Geld über Bonds auf. Teils beugen sich die Unternehmen dabei aber auch dem Druck der Banken, die bei der Kreditvergabe die Daumenschrauben anziehen, weil die Institute risikoscheuer geworden sind. Bei Anleihen tragen die Anleger das Ausfallrisiko. Zudem gibt es noch Anleihen von Firmen wie dem Spezialchemieanbieter Cognis oder dem Getriebehersteller Flender. Diese Unternehmen wurden von Finanzinvestoren übernommen, die für die Akquisitionen Geld über Kredite und Anleihen einsammeln. Bei diesen Transaktionen steigt die Verschuldung der Unternehmen, und deren Ratings verschlechtern sich meist.

Dabei ist die Kreditwürdigkeit von vielen Mittelständlern ohnehin oft schlecht. Die Ratingagenturen stufen die Bonds meist mit Bonitätsnoten im Bereich „Einfach-B“ ein. Diese Ratings stehen für eine schwache Bonität und ein hohes Ausfallrisiko. Die Anleihen fallen in die Kategorie der salopp als Junk-Bonds (Schrottanleihen) bezeichneten Papiere, die ab Ratings von „BB+“ (Standard & Poor’s) bzw. „Ba1“ (Moody’s) beginnt. Dabei werden die Anleihen, wenn sie nachrangig sind, noch etwas schlechter bewertet als die Unternehmen selbst.

„Geringe Eigenkapitalquoten, ein vergleichsweise niedriger Nettozufluss an liquiden Mitteln und geringe Margen sind der Grund für die häufig schlechten Ratings mittelständischer Unternehmen“, sagt Dirk Gojny, Leiter der Analyseabteilung bei der HSH Nordbank. Dazu mache die Verlagerung von Arbeitsplätzen nach Osteuropa und Asien den Mittelständlern schwerer zu schaffen als den großen Unternehmen. Die bekannten Namen der oft traditionsreichen mittelständischen Firmen zögen jedoch zahlreiche Investoren an, meint Gojny.

Bei den Anleihen von Mittelständlern sollten Anleger zwischen börsen- und nichtbörsennotierten Unternehmen unterscheiden. Denn Firmen, die an der Börse gelistet sind, müssen regelmäßig Quartalszahlen und Geschäftsberichte veröffentlichen. Damit sind sie transparenter, obwohl es für Anleger generell schwieriger ist, sich über Mittelständler zu informieren als über große Firmen, die im Blickpunkt der Öffentlichkeit stehen.

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