Immer mehr Versicherer bieten Katastrophenbonds an
Sturmrisiken für Anleger

Banken haben es vorgemacht – jetzt folgen die Versicherer. Immer mehr Unternehmen der Assekuranz nehmen Risiken aus ihren Bilanzen und transportieren sie zum Anleger, indem sie sie verbriefen und über die Kapitalmärkte verkaufen. Seit Anfang 2004 verzeichnet dieser Markt für Insurance Linked Securities (ISL) – zu dem die Katastrophenbonds der Versicherer zählen – einen Boom.

NEW YORK. „Die Verbriefung ist für uns ein effizienter Weg, Versicherungsrisiken in den Kapitalmarkt zu transferieren”, sagt Markus Schmutz, geschäftsführender Direktor der Swiss Re Capital Markets Corporation. Auf diese Weise können die Gesellschaften eine bestimmte Risikoklasse – zum Beispiel Erdbeben in Kalifornien oder eine Grippe-Pandemie – in einer Anleihe oder einem anderen Finanzinstrument bündeln und an Investoren verkaufen.

Merkmal aller Katastrophenbonds (Catbonds) ist, dass die Rendite vom Eintritt eines genau bestimmten Risikoereignisses – das normalerweise innerhalb der Rückversicherungsbranche abgedeckt wird – abhängig ist. Tritt während der Laufzeit des Bonds das Ereignis ein, so hat die Versicherung das Recht, einen Teil des Anleihebetrags zur Schadensabdeckung einzusetzen. Im Extremfall kann dabei auch das gesamte Anleihevolumen zur Schadensregulierung notwendig sein, wie zuletzt bei dem von Swiss Re emittierten Bond Kamp Re 2005: Hier brachte wegen des Hurrikans „Katrina“ erstmals ein Katastrophenbonds den Anlegern Totalverluste ein.

Neben der Swiss Re, dem weltweit größten Rückversicherer, nutzen auch andere Gesellschaften diese Instrumente. Finanzkreise rechnen sogar damit, dass die Allianz in nächster Zeit als erster deutscher Nicht-Rückversicherer einen Catbond herausbringt. Zuvor hatten von deutscher Seite die Münchener Rück und die Hannover Rück Risiken verbrieft.

Nach Berechnungen des weltweit größten Versicherungsmaklers Marsh & McLennan stieg das Volumen der pro Jahr begebenen Catbonds 2005 um 74 Prozent auf 1,99 Mrd. Dollar. Insgesamt hat das Emissionsvolumen von Insurance Linked Securities (ISL) im Jahr 2005 die Marke von vier Mrd. Dollar überstiegen. Treibende Kraft hinter der lebhaften Emissionstätigkeit war die verheerende Hurrikan-Saison in den USA, die zu Rekordschäden führte. Gerade wegen der stark gestiegenen Umwelt- und Klima-Risiken hat sich die Emissionstätigkeit in den ersten sechs Monaten 2006 nochmals belebt. Allein im Monat Mai wurden für 1,3 Mrd. Dollar Catbonds verkauft, so dass das Volumen im ersten Halbjahr die Marke von drei Mrd. Dollar überstieg. „Der Markt boomt“, sagt John DeCaro vom Hedge-Fonds Stark Investments.

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