In Europa stehen kaum Konjunkturdaten an
Anleihekurse leiden unter Umfragen

Europäische Anleihen konnten sich am Freitag-Nachmittag weitgehend aus dem Abwärtssog heraushalten, in den US-Staatsanleihen durch einen kräftig gestiegenen ISM-Einkaufsmanagerindex gerieten.

noh FRANKFURT/M. Während die Rendite zehnjähriger US-Treasuries einen Sprung um 13 Hundertstel auf 4,04 Prozent machte, legte die Rendite entsprechender Bundesanleihen in den wenigen Handelsstunden nach Bekanntgabe des Indexes nur drei Hundertstel auf 3,14 Prozent zu. Am heutigen Montag wird sich zeigen müssen, ob diese Abkoppelung von den USA längerem Nachdenken der Marktteilnehmer standhält.

Seine besondere Bedeutung hat der Anstieg des Einkaufsmanagerindexes auf 53,8 Punkte von 51,4 Punkten, weil er einen viermonatigen Abwärtstrend brach, der den Index in die Nähe der kritischen 50-Punkte-Marke geführt hatte. Bei einem Indexstand unter 50 gab es in der Vergangenheit keine Leitzinssenkungen durch die US-Notenbank. Der Trendwechsel beim ISM begrub damit die Spekulationen auf ein baldiges Ende des Zinserhöhungszyklus durch die Federal Reserve.

In Europa stehen in dieser Woche kaum Konjunkturdaten an, die größere Ausschläge bei den Anleihekursen bewirken sollten. Wichtigster Termin für die Bondmärkte diesseits und jenseits des Atlantiks ist der Freitag. Dann muss sich zeigen, of der US-Arbeitsmarktbericht den in letzter Zeit aufgekommenen Konjunkturoptimismus bestätigt.

Trotz der wieder sehr gering gewordenen Risikoaufschläge für Unternehmensanleihen dürfte es im Juli einen Durchhänger bei Neuemissionen geben. Grund: Im Juni gab es so vielen Emissionen wie seit über vier Jahren nicht mehr, weil viele Unternehmen sich beeilten, ihre Emission über die Bühne zu bekommen, bevor am 1. Juli eine neue Prospektrichtlinie in Kraft trat.

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