Länder-Ratings
S&P sieht Hoffnung für Irland

Nach drei Jahren Stütze durch andere EU-Staaten erholt sich Irland als eines der ersten Krisengebeutelten Länder von seiner Not. Eigene Finanzierung rückt in Sichtweite – die Ratingagentur Standard& Poor's belohnt das.
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LondonGute Nachrichten für Irland: Die Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) glaubt an Fortschritte beim Schuldenabbau und hat den Ausblick für die Kreditwürdigkeit des Landes von „stabil“ auf „positiv“ angehoben. Die Entscheidung kam insofern überraschend, als das Euro-Krisenland erst jüngst wieder in die Rezession gerutscht ist. Die Bonitätsnote wurde mit „BBB+“ – also zwei Stufen über dem sogenannten „Ramsch-Niveau“ – bestätigt, wie S&P am Freitag mitteilte.

Irland gilt zwar als Musterschüler unter den Euro-Krisenländern, doch die Probleme nahmen zuletzt wieder zu. Im ersten Quartal fiel die Wirtschaft überraschend in die Rezession zurück.

Nach Einschätzung der Kreditwächter ist das Land dennoch auf dem Weg zu wirtschaftlicher Erholung. Die Schuldenquote sinke zudem stärker als erwartet, heißt es in der Begründung. Die Bonitätsprüfer gehen davon aus, dass die staatliche Schuldenquote, gemessen am Bruttoinlandsprodukt (BIP), in diesem Jahr mit 122 Prozent ihren Höhepunkt erreicht und bis 2016 auf 112 Prozent sinken wird.

Irland steht unter dem Euro-Rettungsschirm und erhält seit Ende 2010 internationale Hilfsgelder. Das Land ist aber auf Kurs, sich wieder über private Kredite zu finanzieren. In diesem Jahr konnten bereits einige Achtungserfolge am Geld- und Anleihemarkt gefeiert werden. Ein gutes Rating ist am Kapitalmarkt wichtig. Je besser die Note, desto niedriger sind in der Regel die Zinsen, die ein Schuldner zahlen muss.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Bei der S&P Beurteilung von Irland wurde entweder schlampig von S&P recherchiert oder jemand hat im Hintergrund kräftig nachgeholfen, damit diese Bonitätseinstufung so ausfallen konnte. Die genannten Daten des Verschuldungsgrades datieren aus Schätzungen von EUROSTAT aus 2012 mit der Annahme eines 2,5%-igen irischen Wachstums. Statt eines Wachstums wird Irland 2013 eine Schrumpfung in gleicher Höhe wie das angenommene Wachstem haben. Auch sind die Schulden stärker gestigen als von EUROSTAT 2012 prognostiziert (bis heute laut irischer Schuldenuhr bereits 210 Mrd EUR statt der angenommenen 206 Mrd EUR Ende 2013). Statt eines Verschuldungsgrades von 122% wird Irland im best case Ende 2013 mindestens mit 128% des GDP verschuldet sein, im worst case mit 138%.

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